Emden (dpa) - 23.12.2008, 11:30 Uhr
Sportlich sieht die Zukunft beim Drittligisten Kickers Emden rosig aus. Das Team von Trainer Stefan Emmerling überwintert auf einem kaum für möglich gehaltenen dritten Rang und hat mit 38 Punkten Tuchfühlung zum Liga-Primus SC Paderborn (42) und Union Berlin (40).
Die Ostfriesen können den von der Clubführung erwünschten Aufstieg in die 2. Bundesliga aus eigener Kraft schaffen, doch der rund 900 Mitglieder starke Verein aus der 52 000-Einwohner-Stadt an der Emsmündung hat große Probleme, die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorgeschriebenen Stadion-Auflagen zu erfüllen.
Die Emder durften schon in dieser Spielzeit nur unter Auflagen am Spielbetrieb teilnehmen. Jetzt pocht der DFB auf Einhaltung dieses Vertrauensbeweises. Der Bau eines neuen Stadions für rund neun Millionen Euro hat Priorität. Bis zum Jahresende soll der seit zehn Jahren von Präsident Engelbert Schmidt geführte Verein dem DFB das Konzept vorlegen, wie es weitergehen soll. Bei Nichteinhalten dieser bald ablaufenden Frist droht ein Auflagenverstoß. «Und bis Ende März 2009, von mir aus auch Anfang April, muss die neue Funktionstribüne stehen. Und die sehe ich noch nicht», machte DFB-Sicherheitsexperte Gerhard Kißlinger unlängst noch einmal sanften Druck.
Die Stadt Emden hat signalisiert, ihrem wichtigsten Werbeträger in Deutschland finanziell unter die Arme greifen zu wollen. Denn für die neue Arena, deren Kosten zunächst auf 25 Millionen Euro veranschlagt waren, findet das «St. Pauli des Nordwestens» keinen größeren Sponsor trotz intensiver Gespräche mit dem VW-Konzern, dem größten Arbeitgeber in Emden. Die Stadt und der Verein haben Stillschweigen darüber vereinbart, inwieweit die Kommune Steuergelder zur Realisierung des Stadionbaus beisteuern kann und will. Von maximal einem Drittel also bis zu drei Millionen Euro - wird spekuliert.
Der Club soll bei den Stadtvätern noch in einer Bringschuld stehen, was verlässliche Zahlen und Prognosen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit eines mindestens 10 000 Zuschauer fassenden Stadions anbelangt. Das nach der Firma des BSV-Präsidenten benannte «Embdena»-Stadion fasst derzeit nur 7200 Zuschauer 2800 weniger als der DFB verlangt. Um auch für den DFB plausible Daten zu ermitteln, wurde von Kickers die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (Düsseldorf) beauftragt.