Leipzig (dpa) - 22.12.2008, 11:56 Uhr
Erfolgsstory mit Verbesserungsbedarf: Der Auftakt der 3. Fußball-Liga ist aus Sicht der Vereine und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gelungen.
Mit Liveübertragungen und wöchentlicher Berichterstattung in der ARD-Sportschau hat die Liga bei ihrer Premiere größere Aufmerksamkeit gewonnen als in den vergangenen Jahren. «Die dritte Liga entwickelt sich mit guten Zuschauerzahlen, spannenden, interessanten Spielen und einer tollen Fernsehpräsenz zu einer Erfolgsstory», sagte Martin Hornberger, Geschäftsführender Vizepräsident des SC Paderborn, der sich den Premieren-Titel des Drittliga-«Wintermeisters» sicherte.
Nachdem Paderborn in der vergangenen Saison sang- und klanglos aus der 2. Liga abgestiegen war, erlebte der Verein in der Hinrunde eine Renaissance. Mit 42 Punkten stehen die Westfalen zur Winterpause an der Tabellenspitze und haben mit 38 Toren am häufigsten getroffen. «Wir waren in allen Umfragen vor der Saison der Topfavorit. Es ist uns gelungen, diese Erwartungen zu erfüllen», sagte Hornberger erleichtert. Dabei lobte er insbesondere die Arbeit des Trainerteams um Pawel Dotschew und Christian Schreier, das es geschafft hat, aus 16 Neuzugängen ein Team zu formen.
Hauptkonkurrenten um den Aufstieg in die 2. Bundesliga sind derzeit der 1. FC Union Berlin, Kickers Emden, Fortuna Düsseldorf und Kickers Offenbach. Der Tabellenzweite Berlin ist ebenso wie die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga die heimstärkste Mannschaft, obwohl der Verein auch nicht im eigenen Stadion spielt. Die Köpenicker konnten aufgrund von Baumaßnahmen ihre Partien nicht in der «Alten Försterei» austragen, sondern mussten in den Jahn-Sportpark ausweichen. Hoffenheim spielte bislang in Mannheim.
Enttäuschend fiel die Bilanz für die Zweitliga-Absteiger FC Erzgebirge Aue und FC Carl Zeiss Jena aus. Die «Veilchen» fuhren erst am sechsten Spieltag den ersten Sieg ein und stehen vor der Winterpause wie Jena nur im «Niemandsland» der Tabelle. «Wir hatten große Startschwierigkeiten und mussten uns an die Liga erst gewöhnen», gab Jenas Sport-Geschäftsführer Carsten Linke zu, ergänzte aber optimistisch: «Doch jetzt sind wir ins richtige Fahrwasser gelangt und wollen diese gute Entwicklung weiter fortsetzen.» Besser lief es im DFB-Pokal. Jena schaffte als einziger Drittligist den Einzug ins Achtelfinale und trifft dort auf den FC Schalke 04.
Glücklich mit dem Auftakt der 3. Liga zeigte sich der zuständige DFB-Direktor Helmut Sandrock. «Die Einführung ist sehr professionell verlaufen, die Zuschauer haben hochklassige und spannende Spiele geboten bekommen. Wir sind ebenso wie die Vereine mit den Zuschauerzahlen sowie der TV-Präsenz der neuen Spielklasse sehr zufrieden», sagte Sandrock, gab jedoch zu, dass bei der Vermarktung noch Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. «Zum Beispiel werden wir die Suche nach einem Liga-Sponsor im neuen Jahr weiter voran treiben», versprach er. Auch die Zahl der Zuschauerausschreitungen, wie es sie in Jena und Dresden gegeben hat, zu reduzieren, sei eines der Ziele.