Leipzig (dpa) - 23.10.2008, 14:08 Uhr
Die Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena und Dynamo Dresden kommen nach den schweren Zuschauerausschreitungen am vergangenen Sonntag mit einem blauen Auge davon.
Statt der befürchteten Strafen mit Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit beantragte der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beim DFB-Sportgericht nur jeweils Geldstrafen von je 12 000 Euro. einen Tag haben beide Vereine Zeit, dem Strafantrag zuzustimmen oder ihn abzulehnen. Nach Ablauf dieser Frist entscheidet der Einzelrichter des DFB-Sportgerichts über den Antrag.
Beim Meisterschaftsspiel hatten nach einem vom Dresdner Torhüter Axel Keller in der 86. Minute gehaltenen Elfmeter Dynamo-Anhänger Rauchbomben und Böller gezündet. Dresdner Anhänger drängten über den Zaun zum Stadion-Innenraum, wurden aber von Polizei- und Ordnungskräften gestoppt. Jena-Anhänger drangen aus dem Bereich der Haupttribüne in den Innenraum ein. Schiedsrichter Lutz Wagner (Hofheim) unterbrach die Partie und schickte beide Mannschaften in die Kabine. Erst danach konnte die Begegnung ordnungsgemäß fortgesetzt werden.
Der DFB-Kontrollausschuss wies beide Vereine nachdrücklich darauf hin, dass sie bei erneuten Vorfällen aus dem Zuschauer-Bereich mit einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder einer Platzsperre zu rechnen haben. Wegen «guter Führung» bleibt Dynamo Dresden schon jetzt ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit erspart. Weil die Dresdner Fans seit November 2007 sportgerichtlich nicht mehr auffällig waren und der Club seine Anstrengungen gegen Störer intensiviert hatte, ließ der DFB Milde walten. Die Geldstrafe in Höhe von 12 000 Euro wurde wegen eines fortgesetzten unsportlichen Verhaltens in Tateinheit mit mangelndem Schutz des Gegners, des Schiedsrichters und der Schiedsrichter-Assistenten beantragt.
Für Jena beantragte der Kontrollausschuss wegen unsportlichen Verhaltens und nicht ausreichenden Ordnungsdienstes ebenfalls 12 000 Euro Geldstrafe. In diesem Strafmaß enthalten ist eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro, die Jena aufgrund der Vorkommnisse während des Meisterschaftsspiels der 3. Liga zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und dem FC Carl Zeiss Jena am 15. August 2008 auferlegt wird.