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Neue 3. Liga soll Qualitätsmarke des DFB werden

Leipzig (dpa) - 25.07.2008, 15:05 Uhr

Vorhang auf für die neue 3. Liga: Das ostdeutsche Traditions-Duell zwischen Rot-Weiß Erfurt und Dynamo Dresden am Freitag (20.30 Uhr) soll die klangvolle Ouvertüre für das neue «Lieblingsstück» des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) werden.

Mit professionellen Strukturen, einer hohen TV-Präsenz und wirtschaftlich gesunden Vereinen peilt der größte Einzelsportverband der Welt mit der neu gegründeten Spielklasse eine perfekte Ergänzung zu den beiden Profi-Ligen der Deutschen Fußball Liga (DFL) an. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach: «Die 3. Liga soll eine Qualitätsmarke werden.»

Und um das «DFB-Baby» zu einem langfristigen Erfolgsmodell zu machen, mussten sich die 20 Clubs hinsichtlich ihrer Finanzen den gleichen Prüfungen wie die Bundesligisten unterziehen - bestanden und die Lizenz erhalten haben alle. Damit soll auch eine Annäherung an die professionellen Rahmenbedingungen der 2. Liga erreicht werden. «Das führt dazu, dass ein Zweitligist im Fall des Abstiegs künftig weicher landen wird und die Aufsteiger aus der 3. Liga keine ihnen völlig unbekannte neue Profi-Welt betreten», sagte der für den Spielbetrieb zuständige DFB-Direktor Helmut Sandrock.

In einem sind sich Macher und sportliche Protagonisten vor dem ersten Anpfiff - für Erfurts Coach Karsten Baumann ein «historisches Ereignis» - sicher: Die 3. Liga wird eine vielbeachtete Facette im Lieblingssport der Deutschen. «Die 3. Liga ist eine Bereicherung für den deutschen Fußball», meinte Regensburgs Coach Thomas Kristl. «Für mich hat die Liga eine sehr hohe Wertigkeit. Das Niveau wird nicht viel schwächer sein als in der 2. Liga», sagte Jenas Henning Bürger.

Für die nötige Fernsehpräsenz ist gesorgt. So übertragt am 2. Spieltag der MDR auch die Partie FC Carl Zeiss Jena - FC Erzgebirge Aue live, weitere sollen folgen. «Wir haben viele Traditionsvereine dabei. Ich glaube, das Interesse der Zuschauer wird von Beginn an sehr groß sein», so Sandrock. Martin Braun, Geschäftsführer des VfR Aalen ist «überzeugt, dass die 3. Liga eine gute TV-Geschichte wird».


Jeder Drittligist soll 590 000 Euro an TV-Geldern aus dem bis 2009 laufenden Fernsehvertrag mit ARD und ZDF erhalten. Doch für Aalen-Coach Edgar Schmitt ist das zu gering. «Ich gehe davon aus, dass sie bald schon deutlich erhöht werden. 600 000 Euro als Sockelbetrag sind lächerlich. So können schwächere Vereine nicht überleben.» Für die nachfolgende Saison hat der DFB eine Aufstockung auf 825 000 Euro in Aussicht gestellt.

Finanziell offenbart sich eine Zweiklassen-Gesellschaft. Während die Zweitliga-Absteiger Aue, Jena, SC Paderborn und Kickers Offenbach mit über fünf Millionen Euro neben Eintracht Braunschweig (rund 6 Millionen) die höchsten Etats zur Verfügung haben, rechnen Kickers Emden, Jahn Regensburg und Erfurt mit weniger als einem Drittel vom Budget der gut betuchten Clubs. Als Aufstiegs-Favoriten werden die vier Zweitliga-Absteiger und Fortuna Düsseldorf gehandelt.

Bei einigen grassiert die Angst vor Ausschreitungen. «Die Zeit der beschaulichen Familienausflüge ist vorbei. Gegen alle Ost-Clubs herrscht Sicherheitsstufe 1», sagte Sicherheitschef Alfred Ziegler vom FC Bayern München der «Märkischen Oderzeitung». Das zu erwartende Szenario werde schlimmer als in Liga 1: «Plötzlich kommen Tausende. Viele werden gewaltbereit sein.» Die Angesprochenen reagierten empört. «So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört. Das ist in meinen Augen alles Polemik», sagte Sportdirektor Christian Beeck von Union Berlin. Dresdens Geschäftsführer Bernd Maas glaubt, «dass derlei Vorverurteilung erst recht Gewalt auslösen könnten».

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