Leipzig (dpa) - 07.05.2012, 11:41 Uhr
Die Vereine der 2. Bundesliga müssen in der kommenden Saison auf die Landkarte schauen. Statt Aachen oder Rostock sucht man auswärts erstmals Aalen oder Sandhausen auf.
Gerade für Erstliga-Absteiger 1. FC Köln, vielleicht auch Hertha BSC Berlin, wird es eine Reise durch die Provinz. Und durch die Relegation zur zweiten Liga könnte auch noch Jahn Regensburg den Karlsruher SC ersetzen. Die Oberpfälzer sind dabei sogar favorisiert: In den bisherigen drei Duellen seit der Einführung der 3. Fußball-Liga hat sich jeweils der Drittligist in der Relegation durchgesetzt.
Profitieren vom Aufstand der baden-württembergischen Provinz werden in jedem Fall die Vereine der dritten Liga. Denn mit Aalen (rund 65 000 Einwohner) und Sandhausen (rund 15 000) steigen kleine Standorte mit wenig Anziehungskraft für ein großes Publikum auf. Zu Aalens Heimspielen kamen in der aktuellen Saison trotz Aufstieg durchschnittlich 4365 Zuschauer, Sandhausen beobachteten gar nur 2616. Auch in Regensburg (immerhin fast 140 000 Einwohner) waren es nur 3789 Zuschauer im Schnitt. Mit Rostock, Aachen und eventuell Karlsruhe oder den Stuttgarter Kickers aus der Regionalliga Süd kommen dagegen Vereine mit vielen Fans in die 3. Liga. Der Zuschauerrückgang in dieser Saison dürfte sich wieder umkehren.
Dauerhaft scheint sich dagegen eine Dominanz des Südens in Fußball-Deutschland anzukündigen. Nach den Aufstiegen von Sandhausen und Aalen spielen nun zwölf Vereine aus Baden-Württemberg und Bayern in der ersten und zweiten Bundesliga. Und mit dem 1. FC Heidenheim, diesmal noch knapp am Aufstieg gescheitert, greift ein weiterer Verein aus der Provinz an.
Für Helmut Sandrock, seit März diesen Jahres Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und für den Spielbetrieb zuständig, ist allerdings die «regionale Ballung nur eine Momentaufnahme». Wobei sich mit 1899 Hoffenheim ein Vorgänger Sandhausens und Aalens bereits im Profi-Fußball etabliert hat, wenn auch mit anderen finanziellen Voraussetzungen.