Saarbrücken (dpa) - 22.09.2011, 13:04 Uhr
Der Begriff Niederlage ist in Saarbrücken inzwischen ein Fremdwort. 20 Spiele in Serie hat der 1. FCS in der 3. Liga nicht mehr verloren, in der Fußball-Diaspora des Saarlands reifen daher schon wieder Träume von einer goldenen Zukunft.
«Wir sind eben immer noch ein Traditionsclub. Man merkt, dass eine gewisse Euphorie rund um den Verein entstanden ist», sagte der Sportliche Leiter Dieter Ferner. Letztmals verließ der FCS am 12. März als Verlierer den Platz. Beim SV Wehen Wiesbaden gab es vor mehr als sechs Monaten eine 1:2-Niederlage.
Gegen Wehen geht es auch am Samstag, wenn das Team von Trainer Jürgen Luginger erstmals die Tabellenführung verteidigen muss. «Natürlich ist das ein besonderes Spiel. Zum einen wegen der Niederlage im März, zum anderen, weil Wehen für mich immer noch der Topfavorit auf den Aufstieg ist», sagte Ferner.
Dass sie rund um den traditionsreichen Ludwigspark vor dem Topspiel weiter auf Understatement machen, ist typisch für die neuen Entscheidungsträger. Nach den zahlreichen Negativschlagzeilen der Vergangenheit sind Ferner und Luginger darum bemüht, dem Verein ein positiveres Image zu verpassen. Großspurige Töne sind aus der saarländischen Landeshauptstadt daher nicht zu vernehmen. «Jetzt vom Aufstieg zu reden, wäre vermessen. Wir tun gut daran, bescheiden zu bleiben», sagte Ferner.
Der 62-Jährige weiß ganz genau, woher der FCS kommt. 2008 übernahm er das einstige Gründungs-Mitglied der Bundesliga in der Fünftklassigkeit und damit auf dem Tiefpunkt der Vereinsgeschichte. Jahrelange Misswirtschaft hatte das saarländische Aushängeschild an den Rand des Abgrunds geführt. Doch dem ehemaligen Bundesliga-Keeper gelang es innerhalb von zwei Jahren, die Saarbrücker mit zwei Aufstiegen wieder in den Profi-Fußball zurückzuführen.