Leipzig (dpa) - 21.07.2011, 12:53 Uhr
Neue Spielzeit, alte Sorgen: Mit der Auftaktpartie 1. FC Heidenheim gegen Kickers Offenbach startet die 3. Fußball-Liga in eine weitere Saison zwischen sportlicher Attraktion und finanziellem Wagnis.
Angeführt vom Topfavoriten SV Wehen Wiesbaden jagen 20 Mannschaften dem Traum von Meisterschaft, Aufstieg und Klassenverbleib nach. Dafür haben die Vereine zum Teil kräftig ihre Kader verändert: Rund 500 Spielerwechsel sind bis zum Donnerstag über die Bühne gegangen.
Anwärter Nummer eins auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga ist Wehen Wiesbaden. Der Vierte des Vorsaison wurde in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa gleich von 17 der 20 Trainer als Favorit benannt. Hinter den Hessen folgen im Trainer-Votum, bei dem Mehrfachnennungen möglich waren, der VfL Osnabrück (elf Stimmen) und Arminia Bielefeld (zehn).
Doch gerade Bielefeld ist auch ein Sorgenkind der Liga. Den Absteiger drücken geschätzte 20 Millionen Euro Schulden. Lange mussten die Ostwestfalen um die Lizenz bangen und sollten durch das Beispiel von Rot Weiss Ahlen und TuS Koblenz aus der vorigen Saison gewarnt sein. Die Absteiger aus der 2. Bundesliga ereilte wegen Geldnöten der Zwangsabstieg.
Gerade die Fälle Koblenz und Ahlen haben gezeigt, wie schwierig es für Zweitliga-Absteiger ist, sich an die neuen wirtschaftlichen Bedingungen sofort zu gewöhnen. So verringern sich neben den Sponsoren- vor allem auch die Fernseheinnahmen, wobei die 711 000 Euro pro Verein (die zweiten Mannschaften erhalten kein Fernsehgeld) noch weit mehr sind als in den höchsten Spielklassen im Basketball (BBL), Handball (HBL) oder Eishockey (DEL).