Potsdam (dpa) - 27.05.2011, 18:56 Uhr
Der Zwangsabstieg des Fußball-Drittligisten SV Babelsberg 03 rückt näher: Eine millionenschwere Bürgschaft der Stadtwerke Potsdam für den finanziell angeschlagenen Verein ist wohl vom Tisch. Dafür will die Stadt einen einmaligen Zuschuss von bis zu 700 000 Euro gewähren.
Das reicht jedoch nicht, um die Lizenzauflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für Liga drei zu erfüllen. Dem krisengeschüttelten Verein fehlen rund 1,4 Millionen Euro.
«Es fehlt definitiv knapp noch einmal so viel. Ich hatte die Hoffnung, dass die Stadt über ihren Schatten springt und die 3. Liga sichert», sagte Geschäftsführer Ralf Hechel in einer ersten Reaktion der Internetausgabe der «Potsdamer Neuesten Nachrichten». Gelingt es den Babelsbergern nicht, einen Großsponsor zu finden, wird der Verein wohl in der kommenden Saison in der Regionalliga spielen müssen. Profitieren würde davon die eigentlich aus der 3. Liga abgestiegene Reserve von Werder Bremen, die für den Fall des Babelsberger Abstiegs in der Klasse bleiben dürfte.
Zuvor hatte bereits das sportlich eigentlich gerettete Team von Rot Weiss Ahlen wegen der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens die 3. Liga verlassen müssen. Wacker Burghausen blieb deshalb der eigentlich besiegelte Abstieg erspart.
Babelsberg könnte Ahlen bald folgen, zumal die Zahlungen der Stadt an Bedingungen geknüpft sind. Der Club muss ein funktionsfähiges Leitungsgremien präsentieren und der Wirtschaftsplan offenlegen. Oberbürgermeister Jann Jakobs will nun am 1. Juni in die Stadtverordnetenversammlung eine entsprechende Beschlussvorlage einbringen. Es liege nun am Verein selbst, zu entscheiden, welchen Weg er in Zukunft gehen will und wie er auf Dauer die finanziellen Mittel dafür sichert, sagte Jakobs.