Frankfurt/Main (dpa) - 27.02.2011, 13:43 Uhr
So schnell wie möglich, so lange wie nötig: Unter dieses Motto hat Fußball-Drittligist Kickers Offenbach die Suche nach einem Nachfolger für den gefeuerten Trainer Wolfgang Wolf gestellt.
«Er muss nicht in der Champions League gearbeitet haben, aber Erfahrung in der 2. oder mindestens 3. Liga sollte er schon haben», sagte Geschäftsführer Thomas Kalt. Wenige Stunden nach dem 1:1 zuvor beim Abstiegskandidaten VfR Aalen hatte der Tabellendritte die Reißleine gezogen. Die desaströse Leistung brachte das Fass für die Verantwortlichen zum Überlaufen. Nur zwölf Punkte aus den letzten zwölf Spielen lassen das Saisonziel «Aufstieg» immer unwahrscheinlicher erscheinen.
Nach 26 Spieltagen ist die Konkurrenz aus Braunschweig und Rostock um 17 beziehungsweise 13 Punkte enteilt. Der knapp vor den Rhein-Main-Nachbarn SV Wehen Wiesbaden behauptete 3. Relegationsplatz ist in ernster Gefahr. Auch Erfurt (42) mischt noch neben dem SVWW (43) nach dem 5:2 der Wiesbadener am Samstag gegen Heidenheim mit.
Der Zeitdruck erhöht sich für die Kickers (44). Bereits im kommenden Spitzenspiel gegen Erfurt müssen sie die Weichen stellen. «Wir wollen auch die aufkommenden Spekulationen schnell beenden und ein Zeichen für die Spieler setzen», erklärte Kalt. Ideen habe man entwickelt. «Weitere Äußerungen aber gibt es nicht.»
Trainer saßen und sitzen beim Traditionsverein schon immer wie auf einem Schleudersitz. Allein im letzten Jahrzehnt versuchten sich 17 Übungsleiter, darunter Fußball-Lehrer wie Dragoslav Stepanovic, Peter Neururer, Jörn Andersen und Wolfgang Frank. Die meisten erlebten nicht das Ende ihrer regulären Dienstzeit.