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Patrick Owomoyela: «Hannover ist wie ein angeschlagener Boxer»

24.02.2010, 02:17 Uhr

Dortmunds Patrick Owomoyela (mitte)wechselte 2008 von Werder Bremen zu Borussia Dortmund
Dortmunds Patrick Owomoyela (mitte)wechselte 2008 von Werder Bremen zu Borussia Dortmund

München - Eigentlich ist die Saison für Trainer Jürgen Klopp und sein junges Team bisher überaus erfolgreich gelaufen. Mit dem derzeit fünften Rang liegt der BVB vor Werder Bremen, 1899 Hoffenheim, dem deutschen Meister VfL Wolfsburg und dem VfB Stuttgart.
Doch zuletzt mussten die Borussen drei Niederlagen in Folge einstecken. Die letzte Klatsche gegen den FC Bayern (1:3) zeigte einmal mehr die Dortmunder Defensivschwächen auf.
Bei einer Niederlage gegen Hannover 96 könnte der Zug ins internationale Geschäft nun womöglich vollständig zum Erliegen kommen.
Der frühere Nationalspieler Patrick Owomoyela spricht mit Fussball24.de über die Gründe der Niederlage gegen den FC Bayern, die Risiken im Spiel gegen Hannover 96 und die Dortmunder Saison-Ziele.

Fussball24.de:
Herr Owomoyela, dass Spiel gegen Bayern wurde vergangene Woche trotz Führung aus der Hand gegeben. Warum?

Patrick Owomoyela: Ein ganz großer Faktor war, dass wir die Möglichkeiten die wir hatten, nicht genutzt haben. Wir haben ja so viele Chancen gehabt, in der ersten Halbzeit die Führung noch auszubauen und die Partie in unsere Richtung zu drehen.
Auch nach dem Ausgleich waren wir immer drauf und dran, wieder in Führung zu gehen.

Fussball24.de:
Trotzdem wirkte Bayern über viele Strecken überlegen.

Owomoyela: Dass die Bayern eine hohe Qualität haben und auch eine gewisse Dominanz ausstrahlen und zu Möglichkeiten kommen ist ja klar. Wir haben insgesamt nicht mehr Möglichkeiten zugelassen, als die, die dann leider zu den drei Toren geführt haben.
Wir haben einfach zu viele Chancen liegen lassen. Das hat am Ende den Unterschied gemacht.

Fussball24.de:
Wir empfanden Sie das Duell mit Franck Ribery auf der linken Seite?


Owomoyela: Die Münchner haben in allen Mannschaftsteilen Spieler mit extrem hoher Qualität. Ob das Robben, Gomez oder Müller ist, ein Schweinsteiger, der jetzt in einer neuen Rolle die Fäden zieht, sie sind überall stark besetzt. Das es schwer wird, dass wussten wir von Anfang an. Wir haben es ihnen schwerer gemacht als es Ihnen lieb war und haben uns auch viele Möglichkeiten erspielt. Da wären wir durchaus auch in der Lage gewesen, Zeichen zu setzen.

Fussball24.de:
Was hat Jürgen Klopp nach dem Spiel zur Mannschaft gesagt?

Owomoyela: Da wurde nicht so viel besprochen. Jeder musste das Spiel erst mal aufarbeiten und deshalb ist es zu so einem Zeitpunkt auch nicht passend, irgendwelche Sachen zu sagen. Wir wollten das Spiel erst mal in Ruhe analysieren und ich denke, dass die Partie, trotz der Niederlage, ein Schritt in die richtige Richtung war. Leider aber auch nicht mehr.

Fussball24.de:
In den vergangenen Spielen musste Dortmund wiederholt zahlreiche Gegentore einstecken. Macht sich da in der Abwehr nicht langsam eine gewisse Verunsicherung breit?

Owomoyela: Die beiden Spiele vor der Partie gegen Bayern sind anders wahrzunehmen. Gegen Frankfurt war es doch noch eine ganz andere Leistung, eine schlechtere, als gegen Bayern. Bayern war definitiv stärker als Frankfurt und wir konnten uns dem starken Niveau anpassen.

Das man gegen Bayern mal drei Tore bekommt, ist sicherlich nicht schön, aber auch nichts, wo man völlig überrascht sein kann. Wir müssen jetzt die positiven Dinge nach Hannover mitnehmen.

Fussball24.de:
Sie sprechen die kommende Begegnung gegen Hannover schon an. 96 ist ein Gegner, der derzeit mit großen Problemen zu kämpfen hat. Kommt dieses Spiel Dortmund daher äußerst gelegen?

Owomoyela: Das klingt alles vielleicht leichter als wirklich ist. 96 hat eine sehr angespannte Situation und die müssen sie verbessern. Uns kann das aber egal sein.
Wir dürfen uns auf keinen Fall auf unseren zuletzt ohnehin schwachen Leistungen ausruhen. Angeschlagene Boxer sind immer sehr gefährlich. Wir sind also gewarnt und müssen eine gute Leistung bringen um uns gegen Hannover durchzusetzen.

Fussball24.de:
In den letzten Spielen schmolz auch der Abstand nach unten in der Tabelle. Wie angespannt verfolgen sie das?

Owomoyela: Natürlich schaut man auf die Tabelle. Nach jedem Spieltag macht man das. Aber nicht mit Ungeduld oder Vorausplanung, wofür das jetzt reichen kann oder was das vielleicht zu bedeuten hat. In den kommenden 12 Spielen ist noch viel zu holen und da können viele Teams ihre Position noch deutlich verbessern, aber auch verschlechtern. Wir müssen jetzt am Ende der Rückrunde unsere Leistung abrufen und dann sehen, wofür es gereicht hat.

Fussball24.de:
Wie sieht das Saisonziel für den BVB aus?

Owomoyela: Es gibt kein konkretes Saisonziel. Wir haben eine recht gute Position im Moment und die wollen wir nicht leichtfertig verschenken. Aber darum geht es eigentlich gar nicht.
Jeder von uns steht jede Woche auf dem Prüfstand und muss das Maximum an Leistung abrufen.

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