Stichwort: Südafrika
Hamburg (dpa) - 13.07.2006, 19:46 Uhr
Die Kinder in Südafrikas Townships können über den Sport die Probleme vergessen.
Wegen seiner multikulturellen Vielfalt wird das Land am Kap der Guten Hoffnung auch «Regenbogennation» genannt. Mit rund 79 Prozent stellen schwarze Südafrikaner den größten Anteil an der Bevölkerung. Nur 9,6 Prozent der gut 46 Millionen Einwohner der Republik Südafrika sind weiß, gefolgt von 8,9 Prozent Mischlingen und 2,5 Prozent Asiaten. Trotz aller Probleme zwischen Schwarz und Weiß gilt die Aussöhnung als modellhaft. Allerdings erhalten viele schwarze Südafrikaner noch immer einen niedrigeren Lohn. Viele leben in Townships außerhalb der Städte. Vor allem soziales Elend gilt als Ursache für die hohe Kriminalitätsrate. Allein im vergangenen Jahr wurden der offiziellen Statistik zufolge mehr als 18 000 Menschen ermordet und etwa 55 000 Frauen vergewaltigt.
Trotz der hohen Arbeitslosenrate von etwa 40 Prozent ist die Republik das reichste Land auf dem afrikanischen Kontinent. Der Großraum um Johannesburg ist die Kernzone des rohstoffreichen Landes, das als weltweit größter Gold- und Platinproduzent gilt. Während der Bergbau an Bedeutung verliert, erweisen sich die Automobil-, Wein- und Tourismusindustrie als Wachstumsmotoren. Allein 250 000 deutsche Urlauber kamen 2005 ins Land. Die Wirtschaft soll in diesem Jahr um 4,3 Prozent zulegen. Mit 1,2 Millionen Quadratkilometern ist die ehemalige britische Kolonie am Indischen und Atlantischen Ozean mehr als drei Mal so groß wie Deutschland. Die Hauptstadt Pretoria hat rund eine Million Einwohner. Nachfolger des ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela ist Thabo Mbeki. Er will die Folgen der Apartheid wie Armut, Arbeitslosigkeit und Kriminalität sowie die Aids-Epidemie überwinden.
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