Dies jedoch bestritt Materazzi. «Ich bin ein Ignorant, ich weiß nicht mal, was ein islamischer Terrorist ist», sagte er. «Für mich ist die Mutter heilig.» Die Italiener hatten sich im Elfmeterschießen gegen die Franzosen durchgesetzt und ihren vierten WM-Titel gewonnen. In der 110. Spielminute hatte Zidane für seinen brutalen Kopfstoß die 14. Rote Karte seiner Karriere gesehen. Frankreichs Trainer Raymond Domenech, der im Amt bleiben wird, unterstellte Materazzi, gezielt auf Zidanes Platzverweis hingearbeitet zu haben. Bereits ehe er Opfer von Zidanes Attacke wurde, war Materazzi einer der Hauptdarsteller des Finals von Berlin. Erst verursachte er den umstrittenen und von Zidane in der siebte Spielminute verwandelten Elfmeter, dann glich er in der 19. Spielminute per Kopf mit seinem zweiten WM-Tor für Italien zum 1:1 aus. Der Hinweis auf die Tätlichkeit sei vom vierten Schiedsrichter Luis Medina Cantalejo gekommen. Der Spanier habe den Vorfall «ohne Zuhilfenahme eines Monitors» gesehen und den argentinischen Schiedsrichter Horacio Elizondo über die bestehende Funkverbindung informiert, teilte die FIFA mit. Trotz seines unrühmlichen Abgangs war Zidane der Spieler, dem die Fans beim Empfang am Vortag am stärksten mit Rufen wie «Zizou à l'Euro» («Zizou zur Euro») zujubelte und den Kapitän der «Blauen» somit aufforderte, auch an den Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2008 teilzunehmen. In der Qualifikation trifft Frankreich unter anderem ausgerechnet auf Italien. Staatspräsident Jacques Chirac drückte dem Vize-Weltmeister in Paris seine Bewunderung aus. Die ganze Nation zolle der Mannschaft Respekt, sagte das Staatsoberhaupt. Chirac tröstete Zidane mit den Worten, dass er ein «Genie des Weltfußballs», aber zugleich auch ein Mensch mit einem großen Herzen sei. Wegen seines Engagements und seiner Überzeugung bewundere und liebe ihn Frankreich. Die Mehrheit seiner Landsleute hat Zidane nach einer Umfrage der Zeitung «Le Parisien» den Blackout schon verziehen. Riesige Zustimmung erfährt auch die Wahl Zidanes zum besten Spieler des Turniers. Dieser Entscheidung stimmten 78 Prozent zu. Trotz der Niederlage im Finale äußerten sich 61 Prozent zufrieden mit der Leistung der Nationalmannschaft. Auch in Spanien wird der zuletzt bei Real Madrid spielende Zidane hoch verehrt. Der 34-Jährige sei einer der Kandidaten für den spanischen «Sport-Nobelpreis», den Prinz-von-Asturien-Preis, hieß es.
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