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Pozzo, Pirlo, Platini, Zidane - Große WM-Duelle

Berlin (dpa) - 08.07.2006, 12:30 Uhr

Der Stachel sitzt tief: 1998 verlor Italien das WM-Finale gegen Frankreich.
Der Stachel sitzt tief: 1998 verlor Italien das WM-Finale gegen Frankreich.

Nur gegen England (36 Mal) und die Schweiz (36) hat Frankreich mehr Länderspiele bestritten als gegen ihren Berliner WM-Finalgegner Italien (32). Bei 17 Siegen, 8 Unentschieden und 7 Niederlagen (75:44 Tore) liegen die «Azzurri» statistisch um Längen vorn.

Nicht zuletzt dank solcher Kontersiege der Italiener gegen die französische «Équipe tricolore» wie 9:4 (1920) und 7:0 (1925). Das relativierte sich allerdings später. Auf der WM-Bühne trafen die transalpinen Nachbarn vier Mal aufeinander. Da steht es pari (2:2). Das letzte Highlight zwischen den «Blauen» und den «Blauen» gab es im EM-Finale 2000 in Rotterdam.

Die großen Duelle zwischen Italien und Frankreich:

WM-Viertelfinale 1938 in Paris - 3:1

Bei der Heim-WM der Franzosen war der später erneut siegreiche Titelverteidiger Italien Endstation für den Gastgeber. Ein gewisser Oscar Heisserer glich im «Stade de Colombes» zwar zum 1:1 aus, doch mit zwei Toren war dann WM-Star Silvio Piola Italiens Matchwinner. An seiner Seite stürmte Giuseppe Meazza, nach dem später das Mailänder San Siro-Stadion benannt wurde. «Azzurri»-Coach war der Journalist Vittorio Pozzo. Im Vorfeld des zweiten Weltkrieges wurde der Mussolini befohlene «römische Gruß» vollzogen, mit dem Lazio-Stürmer Paolo di Canio noch 2005 für Schlagzeilen sorgte. Bei Italiens Olympia-Sieg 1936 im Berliner Olympiastadion das gleiche Bild.


WM-Vorrunde 1978 in Mar del Plata - 2:1

Auf dem ramponierten Rasen des «Parque Municipal» im argentinischen Badeort sorgte Stürmer Bernard Lacombe mit dem schnellsten französischen WM-Tor nach 37 Sekunden per Kopf auf Flanke des ehemaligen Stuttgarter Bundesliga-Profis Didier Six gegen Dino Zoff für die frühe 1:0-Führung der Mannschaft von Trainer Michel Hidalgo. Paolo Rossi und Renato Zaccarelli drehten dann den Spieß gegen Michel Platini & Co. aber noch um. Es sollte der bis dato letzte italienische Sieg über Frankreich bei einem großen Turnier bleiben.

WM-Achtelfinale 1986 in Mexiko-Stadt - 0:2

Platini und Yannick Stopyra beendeten mit ihren beiden Toren im Olympiastadion der mexikanischen Hauptstadt die Negativ-Serie gegen den Nachbarn. Das Mittelfeld-Prunkstück mit Platini, Jean Tigana, Alain Giresse und Luis Fernandez im Team von Trainer Henri Michel war zu stark für die von «Schweiger» Enzo Bearzot betreuten «Azzurri» um Franco Baresi und Torjäger Alessandro Altobelli. Nach dem Elfmeter-Krimi von Guadalajara gegen Brasilien war dann Deutschland im Halbfinale (0:2) die «Endstation Sehnsucht» für die «Blauen».

WM-Viertelfinale 1998 in Paris - 0:0/3:4 im Elfmeterschießen

Der auch im Finale 2006 wieder im französischen Tor stehende Fabien Barthez, der den entscheidenden Elfmeter von Luigi Di Biagio parierte, war der gefeierte Held vor 77 000 Zuschauern im Stade de France. Der beim 1:0-Sieg über Paraguay im Achtelfinale rotgesperrte Zinédine Zidane führte die «Équipe tricolore» gegen das Team um Roberto Baggio zum ersten WM-Titel. Damals wie heute dabei: Fabio Cannavaro und Alessandro Del Piero bei Italien, Barthez, Zidane, Lilian Thuram sowie die eingewechselten Thierry Henry und David Trezeguet bei Frankreich.

EM-Finale 2000 in Rotterdam - 1:2 nach «Golden Goal»

Das «Golden Goal» von Trezeguet (103. Minute), der nach der EM zu Juventus Turin wechselte, sorgte im Stadion «De Kuip» für ein Novum: Frankreich war als erstes Team innerhalb einer Zeitperiode zugleich Welt- und Europameister. Trainer Roger Lemerre hatte ein glückliches Händchen, als er mit Silvain Wiltord (57.) Trezeguet (76.) und Robert Pires (86.) ein Trio einwechselte, das an beiden Toren beteiligt war. Wiltord erzwang in der Nachspielzeit (90.+4) die Verlängerung, in der Trezeguet dann auf Zuspiel von Pires traf. Marco Delvecchio (55.) war die Führung für das Team von Trainer Dino Zoff gelungen. Von diesem Finale furioso sind in Berlin noch vier Italiener (Cannavaro, Nesta, Del Piero und Francesco Totti) im Kader. Bei den Franzosen noch deren sechs: Barthez, Thuram, Patrick Vieira, Henry, Wiltord und Trezeguet.

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