Bis auf einen Kopfball von Ronaldo (11.) nach Freistoß-Flanke von Ronaldinho, der sein Ziel weit verfehlte, hatte das schon vor der Pause mit Pfiffen bedachte Starensemble aus Südamerika im Angriff wenig zu bieten. Auch in Rückstand liegend ließ das offenbar überschätzte Team jegliches Aufbäumen vermissen. Nicht einmal die Einwechslungen der Top-Stürmer Adriano und Robinho bewirkten etwas. Im Duell der beiden letzten Weltmeister stand vor allem die Abwehr der «selecao» im Brennpunkt. Denn nach anfänglichem Respekt übernahmen die Franzosen die Kontrolle über das Spiel und brachten die Bundesliga-Profis Lucio und Juan im Deckungszentrum gehörig ins Schwitzen. Franck Ribery fand gegen Roberto Carlos zunächst wenig Gelegenheit, seine Spurtstärke auszuspielen, doch im zweiten Durchgang zeigte er seinem zehn Jahre älteren Widersacher immer häufiger die Hacken. Zidane, wie Torhüter Fabien Barthez, Lilian Thuram und Patrick Vieira Mitglied der legendären 98er Elf, entzog sich in seinem 106. Länderspiel immer wieder der Bewachung durch Gilberto Silva, doch in vorderster Linie stand «Einzelkämpfer» Henry lange Zeit auf verlorenen Posten. Nach einem mustergültigen Pass von «Zizou» auf Vieira konnte Juan den Akteur von Juventus Turin nur mit einer Grätsche von hinten stoppen und hatte Glück, dass ihm der spanische Schiedsrichter Medina Cantalejo nur die Gelbe Karte zeigte. Der Favorit agierte auch zu Beginn der zweiten Spielhälfte einfallslos. Keinem der hoch gelobten Offensiv-Künstler gelang es, das Heft gegen die wesentlich aktiveren Franzosen in die Hand zu kommen. Nachdem ein Kopfball von Vieira das Tor von Dida knapp verfehlt hatte, gelang Henry mit seinem ersten Länderspiel-Tor auf Zuspiel von Zidane die längst verdiente Führung. Vier Minuten später hätte Juan beinahe einen Schuss von Ribery ins eigene Tor abgelenkt. Mit schnellem Herauslaufen gegen den immer stärker werdenden Ribery verhinderte Dida (70.) das drohende 0:2.
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