Frankreich im WM-Viertelfinale - 3:1 gegen Spanien
Hannover (dpa) - 27.06.2006, 23:21 Uhr
Zinedine Zidane (l) hat zum 3:1 getroffen - Franck Ribery naht zur Gratulation.
«Vive la France» - Frankreich lebt noch: Im Duell der Generationen hat die in die Jahre gekommene «Equipe Tricolore» durch den 3:1 (1:1)-Sieg über Spaniens «Fohlen-Elf» das Viertelfinale der Weltmeisterschaft erreicht. Zugleich verlängerten die «Blauen» damit die Abschieds-Tournee ihres Kapitäns Zinedine Zidane verlängert. Vor 43 000 Zuschauern in der ausverkauften WM-Arena in Hannover sorgten Franck Ribery (41.), Patrick Vieira (83.) und Zidane (90.+2) für den Erfolg der Franzosen, die die Schmach des Vorrunden-K.o. von 2002 tilgten und nun in Frankfurt Weltmeister Brasilien herausfordern. Die Spanier, für die David Villa (28./Foulelfmeter) traf, kassierten dagegen im 26. Spiel unter Coach Luis Aragones ihre erste Niederlage. «Das Abenteuer geht weiter. Dieses Spiel sollte nicht das letzte sein», jubelte Mittelfeld-Star Zidane nach dem hart erkämpften Coup. «Wir wollten Großes ausrichten und zeigen, dass in unserer Mannschaft mehr steckt, als sie in der Vorrunde gezeigt hat.» Trainer Raymond Domenech war nach dem «wichtigen Sieg» glücklich und glaubt an weitere Erfolge bis zum Finale: «Wir sind unserem großen Ziel, dem 9. Juli, ein Stück näher gekommen.» Dagegen war Spaniens Torhüter Iker Casillas am Boden zerstört: «Wir waren so sicher, dass wir weiter kommen würden. Aber so ist das nun mal im Fußball. Jetzt müssen wir nach Hause fahren.»
Im 700. Spiel der WM-Geschichte wählte Domenech gegen das beste Team der Vorrunde die vorsichtigere Variante mit Thierry Henry als einziger Spitze. Dessen sonstiger Sturmpartner David Trezeguet musste für Fußball-Ikone Zidane Platz machen, der nach abgesessener Gelbsperre sein 105. Länderspiel bestritt und mit Jungstar Ribery das Offensivspiel ankurbeln sollte. Zu attraktivem Fußball kam es aber zunächst nicht, da man auch den Iberern, deren Kapitän Raul an seinem 29. Geburtstag für Luis Garcia von Beginn an ran durfte, aber kaum auffiel, den Respekt vor dem Gegner anmerkte. So entwickelte sich eine umkämpfte Partie mit wenigen Höhepunkten. Den ersten guten Angriff der Franzosen leitete nach 23 Minuten Zidane ein, der Henry steil schickte, doch dessen Hereingabe verpassten erst Ribery und dann auch Vieira. Für Belebung sorgte erst der berechtigte Elfmeter, den Villa zu seinem dritten WM-Tor nutzte, nachdem der französische Rekord-Internationale Lilian Thuram in seinem 118. Länderspiel Gegenspieler Pablo plump von hinten umgerannt hatte. |