Ukraine im Elfmeterglück: 3:0 gegen die Schweiz
Köln (dpa) - 26.06.2006, 23:58 Uhr
Die ukrainischen Spieler bejubeln den Elfmeter-Sieg gegen die Schweiz.
Alexander Schowkowskis Nervenstärke hat die Ukraine erstmals ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft gebracht und die Mannschaftskasse der Osteuropäer um weitere 4,5 Millionen Euro Prämie gefüllt. Der WM-Neuling gewann mit 3:0 im Elfmeterschießen gegen die Schweiz. Nach zuvor 120 tor- und trostlosen Minuten schiedendie Eidgenossen ohne Gegentor aus dem Turnier aus. Schowkowski parierte die Schüsse von Marco Streller und Ricardo Cabanas, Tranquillo Barnetta traf die Latte. Dagegen trafen die ukrainischen Schützen bis auf Andrej Schewtschenko alle sicher. 45 000 Zuschauer in Köln sahen ein schwaches Spiel, das eigentlich keinen Sieger verdient hatte. Während das Team von Trainer Oleg Blochin in der Runde der letzten Acht in Hamburg auf den dreifachen Champion Italien trifft, ging der Traum der Schweizer, erstmals seit 52 Jahren bei einer WM die Runde das Viertelfinale zu erreichen, nicht in Erfüllung.
Da beide Mannschaften zum Start in die K.o.-Runde fast jegliches Risiko scheuten, entwickelte sich das Duell der Außenseiter zu einer unansehnlichen Partie. Die in der Gruppenphase als einziges Team ohne Gegentor gebliebenen Eidgenossen konnten sich auch ohne Philippe Senderos auf eine stabile Defensive verlassen. Der erst 19-jährige Johan Djourou vertrat den an der Schulter verletzten Abwehrchef gleichwertig, bis er das Feld nach 34 Minuten wegen einer Verletzung an der Leiste selbst wieder verlassen musste und durch Stephane Grichting ersetzt wurde. Aber auch der Verteidiger von AJ Auxerre ließ den erneut nicht überzeugenden Top-Stürmer Schewtschenko kaum zur Entfaltung kommen. Wesentlich mehr Mühe hatten die Schweizer, vor 15 000 mitgereisten Fans ihr Angriffsspiel auf Touren zu bringen. Obwohl vor allem der Leverkusener Tranquillo Barnetta um Ordnung und Ideen im Mittelfeld bemüht war, sprangen gegen die gut organisierten Ukrainer kaum Torchancen heraus. In der 13. Minute entschärfte Torhüter Alexander Schowkowski einen Fernschuss des HSV-Profis Raphael Wicky, der sich den Ball nach einem Fehlpass von Anatoli Timoschtschuk erkämpft hatte. Elf Minuten später prallte ein Freistoß von Alexander Frei aus 25 Metern von der Latte zurück. |