Portugal nach 1:0 gegen Niederlande im Viertelfinale
Nürnberg (dpa) - 25.06.2006, 23:25 Uhr
Schiedsrichter Walentin Iwanow zeigt Khalid Boulharouz die Rote Karte.
Portugal hat in einer wahren Fußball-Schlacht den niederländischen Titeltraum zerstört. Die Portugiesen besiegten im Achtelfinale das Oranje-Team glücklich mit 1:0 (1:0) und zogen 40 Jahre nach ihrem dritten WM-Platz erstmals wieder in ein WM-Viertelfinale ein. Maniche (23.) erzielte in dem Skandalspiel den entscheidenden Treffer. Schiedsrichter Walentin Iwanow stellte in der überharten und hektischen Partie den WM-Rekord von 16 Gelben Karten ein. Er schickte die Portugiesen Costinha (45./+1) und Deco (78.) sowie die Niederländer Khalid Boulharouz (63.) und Giovanni van Bronckhorst (90./+5) mit Gelb-Roter Karte vorzeitig in die Kabine. Zudem verteilte der Russe noch acht Mal Gelb. «Es war nicht so schlimm, wie die vier Platzverweise das aussagen. Der Schiedsrichter hat uns etwas die Show gestohlen und uns nicht spielen lassen», meinte Torschütze Maniche. Während der Vizeeuropameister in der Runde der letzten Acht am 1. Juni in Gelsenkirchen auf England trifft, verpassten die Niederländer die Revanche für das Halbfinal-Aus bei der EM 2004 und warten seit 15 Jahren auf einen Sieg gegen Portugal. «Der Sieg war großartig. Jetzt gewinnen wir auch die nächsten Spiele und kommen ins Finale», sagte Portugals Kapitän Luis Figo. Niederlandes Torwart Edwin van der Sar trauerte: «Es war ein Spiel der verpassten Chancen. Wir hätten gleich die erste nutzen müssen. Das war's dann.»
Oranje-Trainer Marco van Basten machte seine Ankündigung wahr und verpasste Ruud van Nistelrooy einen Denkzettel. Er setzte den Torjäger von Manchester United wegen Formschwäche auf die Bank und gab dem Rotterdamer Dirk Kuyt eine Chance von Beginn an. HSV-Profi Rafael van der Vaart musste zunächst trotz seiner starken Leistung im letzten Gruppenspiel gegen Argentinien seinen Mittelfeld-Platz wieder an Mark van Bommel abgeben. Portugals Coach Luiz Felipe Scolari griff wieder auf seine Stammformation zurück, nachdem er gegen Mexiko noch fünf Leistungsträger geschont hatte. Die Niederländer bemühten sich von Beginn an, Druck zu machen und hatten schon nach einer Minute die erste Chance. Van Bommels 18- Meter-Schuss ging knapp vorbei. Doch fehlte der «Elftal» insgesamt die ordnende Hand im Mittelfeld, um ein durchdachtes Angriffsspiel auszuziehen. Gefährlich waren die Niederländer nur durch Einzelaktionen wie von Robin van Persie (38.). Nach tollem Dribbling verzog er seinen Schuss aus kurzer Entfernung. |