Ukraine im Achtelfinale: Präsident dankt Spielern
Berlin (dpa) - 24.06.2006, 14:26 Uhr
Andrej Schewtschenko (r) wird nach dem Spiel von den Fans gefeiert.
Der Dank für den Achtelfinal-Einzug von höchster Stelle ließ trotz einer erbärmlichen Leistung der ukrainischen Nationalmannschaft beim 1:0-Sieg gegen Tunesien nicht lange auf sich warten. «Im Namen von Millionen ukrainischer Fans danke ich den Spielern für ihre historische Leistung», schrieb Präsident Viktor Juschtschenko nach dem Achtelfinal-Einzug des WM-Neulings in einem Telegramm an Trainer Oleg Blochin. Selbst der unansehnliche Erfolg über Tunesien versetzte die Fans in der Heimat in Verzückung, die Zeitung «Sehodnia» titelte: «Karthago ist gefallen. Berlin ist erobert. Die WM geht weiter.» Allerdings gestand das Blatt auch ein: «Wir sind unter den letzten 16 - aber nicht überzeugend.» Im Achtelfinale gegen die Schweiz dürfte ohne eine erhebliche Steigerung Endstation für das letzte im Turnier verbliebene osteuropäische Team sein.
Doch zunächst wurde gefeiert, daheim in Kiew waren noch am Morgen nach dem Tunesien-Spiel Fans in den Nationalfarben gelb und blau unterwegs. «Ich weiß, dass bei uns zu Hause alle völlig aus dem Häuschen sind, denn das ist ein großartiger Moment für die gesamte Ukraine», sagte Stürmer Andrej Woronin. «Wir haben unser Ziel erreicht, das war das Wichtigste. Jetzt wollen wir so weit wie möglich kommen.» Der Leverkusener entschuldigte sich aber auch für den dürftigen Auftritt: «Tut mir Leid, hoffentlich wird das nächste Spiel besser.» Woronin hofft, dass der im Berliner Olympiastadion allgegenwärtige Druck nun gewichen ist. Das angepeilte Überstehen der Vorrunde geriet nach dem blamablen 0:4-Auftakt gegen Spanien zur Zitterpartie. Das Team brachte Blochin am Spielfeldrand phasenweise zur Verzweiflung: Der Coach schimpfte lautstark und schleuderte eine Trinkflasche mit Vehemenz auf den Boden. Fans daheim in Kiew forderten vor den Großleinwänden ironisch, der einstige Weltklasse-Linksaußen solle sich selbst für Andrej Schewtschenko einwechseln. Blochin war 1986 noch dabei, als die Sowjetunion letztmalig ins Achtelfinale einzog. Keinem der 15 Nachfolgestaaten war dies danach gelungen. |