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Tunesiens Trabelsi erklärt Rücktritt

Berlin (dpa) - 24.06.2006, 14:53 Uhr

Der Tunesier Hatem Trabelsi (r) kämpft mit dem Ukrainer Woronin um den Ball.
Der Tunesier Hatem Trabelsi (r) kämpft mit dem Ukrainer Woronin um den Ball.

Nach dem Vorrunden-Aus mit der tunesischen Nationalmannschaft hat Rechtsverteidiger Hatem Trabelsi wie erwartet seinen Rücktritt aus der Auswahl erklärt.

Der 29 Jahre alte Profi von Ajax Amsterdam wolle sich nach 61 Länderspielen mehr Zeit für seine Familie nehmen, teilte der tunesische Fußball-Verband mit. Trabelsi war bei drei WM-Endrunden dabei und gehörte zu den Leistungsträgern beim Gewinn der Afrika-Meisterschaft 2004. Trabelsi und die Mannschaft machten sich am 24. Juni vom Flughafen Frankfurt/Main aus auf den Heimweg nach Tunis.

Für die tunesischen Medien waren Schiedsrichter Carlos Amarilla aus Paraguay und Trainer Roger Lemerre die Hauptschuldigen für das Scheitern. Die eine Halbzeit lang in Unterzahl spielenden Nordafrikaner hatten in Berlin durch einen höchst fragwürdigen Elfmeter 0:1 gegen die Ukraine verloren und damit auch im vierten Anlauf nicht die Vorrunde überstanden.

«Wieder eine ungerechte Schiedsrichter-Leistung und keine offensiven Argumente», urteilte die Zeitung «La Presse» aus Tunis, fragte aber auch: «Warum das Schicksal nur in die Hände des Schiedsrichters legen?» Trainer Lemerre hätte angesichts des zum Weiterkommen notwendigen Erfolges offensiver spielen lassen müssen.

«Diese WM ist genauso bemitleidenswert zu Ende gegangen wie die beiden vorherigen», schrieb «Le Temps». Lemerre habe von seiner einzigen Spitze Zied Jaziri Wunder erwartet, kritisierte das Blatt. Jaziri hatte kurz vor der Pause die Gelb-Rote Karte gesehen. Der Trainer, der mit Titelverteidiger Frankreich 2002 bereits ebenfalls in der Vorrunde ausgeschieden war, könne machen, was er wolle, damit niemand im Verband Verantwortung übernehmen müsse. Der Vertrag des 65 Jahre alten Franzosen schon vor der WM bis 2008 verlängert worden.


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