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Ukraine im WM-Achtelfinale: 1:0 gegen Tunesien

Berlin (dpa) - 23.06.2006, 23:00 Uhr

Der Ukrainer Andrej Woronin (M) behauptet gegen den Tunesier Mehdi Nafti den Ball.
Der Ukrainer Andrej Woronin (M) behauptet gegen den Tunesier Mehdi Nafti den Ball.

Dank eines Elfmeter-Geschenks Millionen verdient: Andrej Schewtschenko (70. Minute) hat die Ukraine gleich bei ihrer WM-Premiere ins Achtelfinale geschossen. Im letzten Vorrundenspiel der Gruppe H besiegte die Ukraine Tunesien mit 1:0 (0:0).

Allerdings konnte sich die letzte im Wettbewerb verbliebene osteuropäische Mannschaft bei der mageren Vorstellung über am Ende nur noch zehn Spieler aus Tunesien nicht für höhere Aufgaben bei dieser WM- Endrunde empfehlen. In der K.o.-Runde am 26. Juni gegen die Schweiz fehlen der Ukraine allerdings die Abwehrspieler Wjatscheslaw Swiderski und Andrej Rusol, die im bisher schwächsten WM-Spiel ihre zweite Gelbe Karte sahen.

Vor 72 000 Zuschauern im ausverkauften Berliner Olympiastadion sicherte sich dank Schewtschenkos zweitem WM-Tor (70. Minute) jeder ukrainische Spieler 80 000 Euro Prämie für das Weiterkommen. Für die Tunesier, die Stürmer Ziad Jaziri (45./+1) durch die Gelb-Rote Karte verloren, ist nach 1978, 1998 und 2002 auch bei der vierten Teilnahme die WM bereits nach der Vorrunde beendet.

«Ich bin sehr glücklich, dass wir unser Ziel erreicht haben. Das ist sehr wichtig für unser Land. Im Herzen habe ich damit gerechnet», meinte Matchwinner Schewtschenko. Er beharrte darauf, dass es «ein 100-prozentiger Elfmeter» gewesen sei: «Ich bin ja nicht von selbst gefallen.» Auch die Klitschkos, die auf der Tribüne mitgefiebert hatten, waren erleichtert. «Wir sind stolz, dass wir im Achtelfinale dabei sind», sagte Vitali Klitschko. Und Bruder Wladimir ergänzte: «Es war kein sehr schönes, aber ein spannendes Spiel. Die Zuschauer haben die Teams mit ihren Pfiffen gepusht. Nachher war die Stimmung wieder sehr gut.»

Der WM-Neuling aus Osteuropa begann mit der Sieger-Elf aus dem Saudi-Arabien-Spiel. Doch anders als gegen Saudi-Arabien in Hamburg, als sie früh den Grundstein zum 4:0-Erfolg legte, tat sich die Mannschaft von Trainer Oleg Blochin diesmal schwer. Sie riskierte zudem nicht mehr als nötig. Da auch die Nordafrikaner ganz auf Sicherheit bedacht waren, entwickelte sich eine langweilige Partie. Nach 20 Minuten übernahm die Ukraine kurz das Kommando - sofort ergaben sich Chancen. Doch Tymoschtschjuk (22.) scheiterte an Torwart-Oldie Ali Boumnijel.


Die bis dahin beste Einschussmöglichkeit nach einem schnellen Gegenangriff ließ dann Schewtschenko (32.) ungenutzt, als er mit seinem Schuss so lange zögerte, bis ihm gleich zwei Gegenspieler den Ball noch vom Fuß nahmen. Auf der Gegenseite trat zunächst nur der Nürnberger Mittelfeldspieler Adel Chedli (34.) einmal gefährlich in Erscheinung. Doch sein Schuss verfehlte das Tor deutlich. Kurz vor der Pause dezimierten sich die Tunesier selbst: Der zuvor wegen einer Schwalbe bereits verwarnte Jaziri sah nach einem Foul Gelb-Rot.

Nach dem Wiederanpfiff gelang es dem Blochin-Team auch in Überzahl zunächst nicht, das erlösende 1:0 zu erzielen. Die Partie wurde immer schwächer, was die enttäuschten Fans mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten. Erst ein angebliches Foul von Karim Haggui am erneut blassen Schewtschenko führte zur Führung: Der künftige Chelsea- Stürmer ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen und stockte sein Konto als Rekordtorschütze seines Landes auf 31 Treffer auf.

Fünf Minuten davor hatte es Aufregung nach einem Freistoß für Tunesien gegeben, den Andrej Woronin im Strafraum ablenkte. «Wäre mein Ellbogen nicht gewesen, hätten wir ein Tor gekriegt, glaube ich», gab der Leverkusener hinterher zu, ergänzte aber sofort: «Es war keine Absicht.» Tunesiens Coach Roger Lemerre, der wie vor vier Jahren mit Frankreich auch diesmal wieder früh scheiterte, musste sich später von Profi Radhi Jaidi vorwerfen lassen, «viel zu defensiv gespielt zu haben». Er brachte zwar doch noch den lange verletzten Torjäger Silva dos Santos (79.), doch für die Wende war es zu spät.

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