Raúl darf bei der WM erstmals die Kapitänsbinde tragen. Er war zuletzt zu einem «Kapitän ohne Binde» geworden, weil er nicht zur Stammelf gehörte. Beim 3:1-Sieg über Tunesien trug er selbst zu Spekulationen über die Unzufriedenheit der Veteranen bei. Der Stürmer feierte seinen Treffer ausgiebig mit Míchel Salgado und Cañizares, die ebenfalls jüngeren Konkurrenten hatten weichen müssen. «Beim Jubel herrschte ein Hauch von geschlossener Gesellschaft», stellte die Zeitung «El País» fest. Aragonés will vom «Fall Raúl» nichts wissen: «Da werden Lügen verbreitet. Dazu sage ich nichts mehr.» Der Rückgriff auf die B-Elf ist auch eine gute Nachricht für den bisher vier Mal im Turnier erfolgreichen Miroslav Klose. Im Kampf um die Torjäger-Krone kann der spanische Rivale Fernando Torres (drei Treffer) sein Konto nicht erhöhen. «Ich hätte gerne gespielt», sagte der Stürmer von Atlético Madrid. Sein Coach hielt ihm entgegen: «Wer Torschützenkönig werden will, muss mit seinem Team sehr weit kommen. Allein das zählt.» Aragonés ist mit den Gedanken ohnehin bereits im Achtelfinale. «Die drei wahrscheinlichen Gegner gefallen mir alle nicht», sagte er. «Die Franzosen sind ein wenig alt und haben wenige Zähne. Aber Vorsicht vor ihren Reißzähnen!» Die Schweizer pflegten einen ähnlichen Stil wie die Spanier. Und an den Südkoreanern waren die Spanier bei der WM 2002 im Viertelfinale gescheitert. «Die Südkoreaner rennen von der ersten Minute an wie die Teufel», weiß der Coach. «Und da sie alle gleich aussehen, können sie in der Halbzeit ihre Elf austauschen, und niemand würde etwas davon merken.»
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