«Schewa» sorgt für ukrainische Euphorie
Berlin (dpa) - 22.06.2006, 12:32 Uhr
Andrej Schewtschnko feiert gegen Saudi Arabien seinen ersten WM-Treffer.
Seitdem Andrej Schewtschenko beim 4:0 über Saudi-Arabien ein Tor selbst erzielte und ein weiteres auf geniale Weise vorbereitete, steigt mit der Form des Volkshelden in der Ukraine das Fußball-Fieber. Vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Tunesien in Berlin zweifelt keiner der 47 Millionen Ukrainer mehr am Einzug ins WM-Achtelfinale. «Jetzt schlagen wir Deutschland im Finale 3:2 nach Verlängerung. Und das entscheidende Tor schießt natürlich Schewtschenko», gab sich Box- Weltmeister Wladimir Klitschko großmäulig. Doch Multimillionär «Schewa» gibt sich wie stets zurückhaltend, obwohl schon ein Remis genügt. «Die Tunesier haben einen guten Trainer und ein starkes Team. Wir müssen vorsichtig sein», meinte der 29-jährige Starstürmer, der gegen die Saudis mit seinem 30. Auswahltreffer seine Position als ukrainischer Rekord-Torschütze ausbaute. «Auf keinen Fall werden wir die Tunesier unterschätzen.»
Nie hat Schewtschenko seine Herkunft vergessen, obwohl er schon 1999 für 25 Millionen Dollar von Dynamo Kiew zum AC Mailand wechselte und nun mit acht Millionen Euro Jahresgehalt beim FC Chelsea zu einem der bestverdienenden Kicker der Welt avanciert. «Ich habe das große Glück, mit meinem Hobby irrsinnig viel Geld zu verdienen. Aber Ruhm und Geld haben für mich nicht Priorität», bekräftigt er und beweist dies mit seinem Engagement bei der Finanzierung von drei Kinderheimen in der Ukraine. Doch längst gehört der wegen seines zurückhaltenden Auftretens allseits beliebte Star zum Establishment. Kein Geheimnis ist sein Sonderstatus bei Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi. Der umstrittene Politiker und Milan-Präsident war Taufpate bei «Schewas» Sprössling Jordan, obwohl der Fußballer zuvor Berlusconi-Sohn Piersilvio das US-Model Kristen Pazik ausgespannt und geheiratet hatte. Der Ausnahme-Kicker gehört auch zu den besten Freunden von Modezar Giorgio Armani, mit dem er in Kiew zwei Boutiquen eröffnete. |