Schiedsrichter Poll droht WM-Aus - Merk hofft

Berlin (dpa) - 24.06.2006, 13:35 Uhr
Schiedsrichter Poll droht WM-Aus - Merk hofft
Graham Poll zückt die Rote Karte, nachdem er Simunic die dritte Gelbe verpasst hatte.

Für Graham Poll ist die Fußball-WM mit großer Wahrscheinlichkeit vorzeitig beendet, Markus Merk darf bis zum 28. Juni auf weitere Einsätze bei der Endrunde im eigenen Land hoffen.

Dann wird die FIFA-Schiedsrichter-Kommission auf ihrer Sitzung in Berlin über den Kreis der Unparteiischen für die verbleibenden Spiele vom Viertelfinale an entscheiden. «Im Vordergrund wird die bisherige Leistung stehen, aber auch die Ausgewogenheit zwischen den Konföderationen», betonte Andreas Werz, FIFA-Pressesprecher für Schiedsrichterfragen.

Dass der Engländer Poll nach seinem Fauxpas im Vorrundenspiel Australien gegen Kroatien nicht zu diesem Kreis gehören wird, scheint ausgemachte Sache zu sein. «Er weiß, dass die WM für ihn wohl zu Ende ist, auch wenn noch keine Entscheidung getroffen wurde», sagte Werz. Beim öffentlichen Training in Neu-Isenburg fehlten sowohl Poll als auch Merk, der nach der Partie USA gegen Ghana von den Amerikanern heftig kritisiert worden war. Beide hatten frei.

Der englische Referee hatte es versäumt, den Kroaten Josip Simunic nach der zweiten Gelben Karte des Feldes zu verweisen. Erst als Poll mit dem Schlusspfiff die dritte Verwarnung für den Abwehrspieler von Hertha BSC aussprach, zückte er Gelb-Rot. «So ein Fehler darf nicht vorkommen. Das kann man nicht verzeihen», hatte FIFA-Präsident Joseph Blatter dazu gesagt.

Als Ursache seiner Fehlleistung gab Poll vor der FIFA-Kommission an, dass er bei der zweiten Gelben Karte gegen Simunic fälschlicherweise den Namen des australischen Spielers mit der Rückennummer 3, Craig Moore, notiert hatte. Auch im weiteren Spielverlauf hatte er die Verwechslung nicht bemerkt, hieß es in einer FIFA-Stellungnahme. Dem Briten sei in 26 Jahren als Schiedsrichter so etwas noch nicht passiert. Er sei deshalb sehr «niedergeschlagen».