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Große Enttäuschung in Japan nach frühem WM-Aus

Tokio (dpa) - 23.06.2006, 11:30 Uhr

Zico ist mit seinem japanischen Team frühzeitig gescheitert.
Zico ist mit seinem japanischen Team frühzeitig gescheitert.

Das sang- und klanglose Ausscheiden der japanischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM hat in der Heimat der «blauen Samurai» für große Enttäuschung gesorgt.

Vielen Fans war zu Mute wie Mittelfeld-Star Hidetoshi Nakata, der auf den Titelseiten der japanischer Zeitungen bitterlich weinte. «Ein trauriges Finale», schrieb die größte Tageszeitung des Landes, «Yomiuri Shimbun» über die «vernichtende Niederlage» (Mainichi Shimbun) gegen die Brasilianer. Viele Fans hatten sich die Nacht für das Spiel um die Ohren geschlagen. Die Übertragung begann erst um 04.00 Uhr morgens japanischer Ortszeit.

Schon der «Hammerschlag» der 3-1-Niederlage gegen Australien hatte den Samurai mächtig auf die Moral geschlagen. Nach dem torlosen Unentschieden gegen Kroatien war dann jedem Japaner klar, dass nur noch ein «Wunder» sie retten könnte. So mancher in der Heimat hatte seine Mannschaft schon vor dem Anpfiff gegen Brasilien abgeschrieben. «Die werden haushoch verlieren», sagte ein Taxifahrer.

Und so kam es dann auch. Das Wunder, das sich nach dem Führungstreffer kurz anzubahnen schien, blieb am Ende aus, wie Nippons Sportzeitungen so nüchtern wie brutal festhielten. Das «Ende der Schlacht» bedeutet auch den traurigen Abgang für Trainer Zico. «Ich bin dankbar für die Chance, die Japan mir gab, dort zu arbeiten», sagte der frühere brasilianische Star nach dem frühen WM-Aus. «Ich habe mein Äußerstes gegeben, und ich beabsichtige, als Coach weiterzumachen und meine Karriere fortzusetzen», sagte er.

Zicos größter Frust während seiner Amtszeit in Japan war das Unvermögen seiner «Samurai», vor dem Tor skrupellos vorzugehen. Am liebsten hätte er Ronaldo in seinem Team gehabt, ließ er wissen.


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