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Zicos Erbe in Japan ist geregelt

Dortmund (dpa) - 23.06.2006, 09:45 Uhr

Zico, bürgerlich Arthur Antunes Coimbra, wird in Japan für seine Arbeit verehrt.
Zico, bürgerlich Arthur Antunes Coimbra, wird in Japan für seine Arbeit verehrt.

Zico geht, sein Vermächtnis bleibt. Obwohl der brasilianische Trainer nach dem 1:4 gegen die Nationalelf seines Heimatlandes für die bislang höchste WM-Niederlage Japans verantwortlich zeichnete, wird sich an der Verehrung für den «Kamisama» (Fußball-Gott) nichts ändern.

Der 53-Jährige hat seinen Nachlass geregelt: «Wir können jedem Team auf Augenhöhe begegnen. Dass wir das Achtelfinale nicht erreicht haben, macht die Arbeit von vier Jahren nicht kaputt.»

Als sich die Spieler der «Blue Samurai» nach dem Vorrunden-Aus in der Dortmunder WM-Arena vor ihren Fans verbeugten, war Zicos Mission beendet. Er hört auf, nicht im schönsten Moment, sondern zu einem Zeitpunkt, wo die Herausforderungen erst anfangen. Zico selbst sagt: «Ich habe meine Arbeit gemacht. Wie ich sie gemacht habe, müssen Verbandspräsident Saburo Kawabuchi, die Medien und die Fans beurteilen.»

Er hat sie wohl ganz gut gemacht. Seine Japaner qualifizierten sich als erstes Team für die WM in Deutschland. Und die Spieler sind unter der Anleitung von Arthur Antunes Coimbra, wie Zico bürgerlich heißt, selbstbewusster geworden, trauen sich, auf dem Feld eigenverantwortlich zu handeln und nicht immer nach dem Chef zu schielen. Zico hat versucht, ihnen die anerzogene Schüchternheit zu nehmen oder sie zumindest zu minimieren.

Gegen Weltmeister Brasilien, gegen die wirklich Großen des Weltfußballs, spielten sie in Dortmund 45 Minuten toll mit, gingen in Führung. Das war frech. «Wir haben uns stark verbessert, obwohl wir uns nicht für die nächste Runde qualifiziert haben», hielt Mittelfeldspieler Junichi Inamoto fest. Doch als die Brasilianer gereizt wurden, war der kecke Auftritt rasch vorbei.


Am Ende wurde es fast demütigend. Japans Fußball brauche generell noch mehr Professionalität, seine begabten Protagonisten brauchten mehr Wettbewerb, mehr internationale Herausforderungen. «Und sie müssen athletischer werden, sie müssen physisch zulegen», fordert Zico seinen Nachfolger auf, die Grundlagenarbeit zu intensivieren.

Ivica Osim, ein gebürtiger Jugoslawe, ist der erste Kandidat auf die Zico-Nachfolge als Nationalcoach Japans. JEF United, das Team mit dem geringsten Budget der J-League, führte er zwei Mal zur Vizemeisterschaft und 2005 zum Pokalsieg. «Die Anstrengungen dürfen auf keinen Fall nachlassen», rät Zico. Er selbst, der «weiße Pele», der nie Weltmeister war, will als Coach in Europa arbeiten. Und er ist sicher, der Richtige zu sein, egal wo: «Ich bin total davon überzeugt, dass ich alles gegeben habe.»

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