Bei der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft ist ein Ende der Verletzungsmisere im Angriff nicht in Sicht. Alle Hoffnungen auf ein Comeback von EM-Torschützenkönig Milan Baros im Spiel gegen Ghana in Köln haben sich zerschlagen.
«Milan kann nicht laufen, er kann noch nicht einmal Rad fahren», sagte Mannschaftsarzt Petr Krejci. In der tschechischen Presse wurde deshalb bereits über eine vorzeitige Abreise des Angreifers von Aston Villa aus dem WM-Quartier in Westerburg spekuliert. «Das entbehrt jeder Grundlage», dementierte Verbandssprecher Lukas Tucek.
Doch das ärztliche Bulletin verheißt wenig Gutes. Wie eine Untersuchung von Baros im Institut von Dietrich Grönemeyer ergab, hat sich in der Ferse des Angreifers Flüssigkeit angesammelt. Das dürfte den Heilungsprozess des lädierten Bandes weiter verzögern. Baros hat seit dem letzten WM-Testspiel der Tschechen am 3. Juni gegen Trinidad und Tobago nicht mehr mit dem Ball trainiert.
Wegen der Verletzung von Jan Koller wiegt die langsame Genesung von Baros besonders schwer. Der ehemalige Torjäger von Borussia Dortmund war zusammen mit Baros in Bochum untersucht worden. Dabei wurde ein Muskelfaserriss mit Einblutungen festgestellt, den sich Koller beim 3:0 im ersten WM-Spiel gegen die USA zugezogen hatte. Deshalb muss Trainer Karel Brückner für die ausstehenden Duelle in der Gruppe E gegen Ghana und Italien ohne die beiden Stürmerstars planen. Erste Wahl für das Angriffszentrum ist nun Vratislav Lokvenc (RB Salzburg). Der ehemalige Bundesliga-Profi hatte Koller nach dessen Auswechslung (43. Minute) bereits im Spiel gegen die USA ersetzt.