Auch nach der Rückkehr in die Heimat kommt die iranische Fußball-Nationalmannschaft nicht zur Ruhe. Ali Karimi vom FC Bayern München entschuldigte sich bei den heimischen Fans für das Vorrunden-Aus und attackierte zugleich den zurückgetretenen Nationaltrainer Branko Ivankovic.
«Er war nicht qualifiziert genug, um uns zum Erfolg zu führen. Er hatte noch nicht einmal den Mumm, mit uns in den Iran zurückzukehren», sagte Karimi in Teheran der Nachrichtenagentur ISNA. Der 27-Jährige fehlte aus disziplinarischen Gründen im letzten Vorrundenspiel gegen Angola (1:1), weil er zuvor bei einer Auswechslung gegen eine Sporttasche getreten hatte. «Ich entschuldige mich beim iranischen Volk», sagte Karimi.
Am Teheraner Flughafen waren Polizeikräfte zusammengezogen worden, um Proteste enttäuschter Fans zu verhindern. Nach ISNA-Angaben waren diese Vorsichtsmaßnahmen jedoch überflüssig, da sich kein Anhänger der iranischen Kicker am Flughafen sehen ließ. Im Flughafengebäude waren nur Vertreter des Sportkanals des staatlichen Fernsehens zugelassen. Alle anderen Journalisten durften den Flughafen nicht betreten.
Ivankovic kehrte in seine Heimat Kroatien zurück, der ebenso umstrittene Mannschaftskapitän Ali Daei startete nach ISNA-Angaben mit seiner Frau zu einem USA-Urlaub. Karimi war der einzige der vier Bundesliga-Legionäre, der mit dem Team in den Iran zurückkehrte. Für das Wochenende wird eine Entscheidung der Iranischen Sportbehörde über die Nachfolge des entlassenen Verbandspräsidenten Mohammad Dadkan erwartet.