Portugal souverän wie einst mit Eusebio
Gelsenkirchen (dpa) - 22.06.2006, 13:48 Uhr
Portugals Maniche (l) erzielt das 1:0 gegen Mexiko.
Die Erben Eusebios sind auf dem besten Wege in die Fußstapfen der legendären portugiesischen WM-Elf von 1966 zu treten. «Ich hoffe, dass die Mannschaft noch weiter kommt als wir damals, nämlich bis ins Finale», sagte der populärste Fußballer Portugals. Mit dem 2:1- Erfolg der «seleccao» gegen die ebenfalls fürs Achtelfinale qualifizierten Mexikaner hat die Mannschaft von Luiz Felipe Scolari den besten WM-Start seit 40 Jahren hingelegt und träumt nun von einer besseren Platzierung als Platz drei der 66er-Elf. «Ich bin jetzt schon sehr stolz auf das, was wir erreicht haben», sagte Portugals Trainer vor der Partie gegen die Niederlande. Der Neuauflage des EM-Halbfinales von 2004, das die Portugiesen mit 2:1 gewannen, blicken Figo und Co. mit großem Respekt entgegen. «Das ist ein sehr schwerer und gut organisierter Gegner. Aber in dieser Phase des Turniers ist nichts anderes zu erwarten», sagte Scolari, der den zehnten WM-Sieg in Serie feierte (7 mit Brasilien 2002, 3 mit Portugal). In der Heimat haben der optimale Turnierstart und der nächste Gegner großen Optimismus ausgelöst. Gegen die Niederländer hat Portugal von neun Partien nur eine verloren. «Von daher hätten wir kaum einen besseren Achtelfinal-Gegner bekommen können», schrieb das Sportblatt «Record».
Beachtlich war an dem Erfolg über die Mexikaner, dass Scolaris zweite Garde bis auf wenige Ausnahmen überzeugte. Der Coach hatte tatsächlich alle fünf Spieler, denen eine Gelb-Sperre drohte, geschont und anderen Profis eine Chance gegeben. «Da haben die anderen zeigen können, dass sie ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft sind», befand der Coach, dessen Team durch die Treffer von Maniche und Simao schnell 2:0 in Front lag, ehe Jose Fonseca den Anschlusstreffer erzielte. In der turbulenten Partie vor 52 000 Zuschauern in Gelsenkirchen vergab Mexikos Omar Bravo noch einen Strafstoß und Luis Perez musste nach einer Gelb-Roten Karte frühzeitig vom Platz. «Wichtig ist, dass wir die nächste Runde erreicht haben. Aber wir hatten höhere Erwartungen und hätten uns gerne souveräner qualifiziert», sagte der mexikanische Stürmer Fonseca vor dem brisanten Duell mit dem zweimaligen Weltmeister Argentinien. «Das ist ein wichtiges und besonderes Spiel. Aber die Argentinier sind immer Favoriten», meinte der gebürtige «Gaucho» Franco. Mexikos argentinischer Coach Ricardo La Volpe spielte die Bedeutung der Partie gegen seine Landsleute herunter. «Das ist für mich nichts Besonderes. Wir stehen seit dreieinhalb Jahren unter Druck. Jetzt fangen wir im Achtelfinale bei Null an», sagte der Trainer. Barcelonas Abwehrstratege Raphael Marquez, der gegen Portugal einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte, hofft auf eine Steigerung seines Teams: «Wir lernen aus unseren Fehlern. Jetzt geht die WM für uns wirklich los.»
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