Mexiko trotz Niederlage gegen Portugal weiter
Gelsenkirchen (dpa) - 21.06.2006, 23:07 Uhr
Der Portugiese Simao erzielt per Elfmeter einen Treffer gegen Mexiko.
Mit der süßesten Niederlage ihrer Geschichte sind Mexikos Fußballer zum vierten Mal nacheinander ins Achtelfinale einer WM eingezogen. Das Team von Trainer Ricardo La Volpe verlor in Gelsenkirchen ihr letztes Vorrundenspiel gegen Gruppensieger Portugal mit 1:2 (1:2). Weil aber die Angolaner in Leipzig gegen den Iran nicht über ein 1:1 hinauskamen, reichte dieses Resultat für die Mexikaner zum Weiterkommen gegen Argentinien in Leipzig. Mit dem dritten Sieg legten die Portugiesen vor den Augen von Fußball-Legende Eusebio den besten WM- Start seit 40 Jahren hin. Sie bestreiten ihr Achtelfinale in Nürnberg gegen die Niederlande. Maniche (6. Minute) und Simao mit einem Handelfmeter (24.) brachten die nur mit einer B-Elf angetretenen Portugiesen vor 52 000 Zuschauern in Führung. Francisco Fonseca traf für die Mexikaner (29.), bei denen Omar Bravo mit einem verschossenen Foulelfmeter die Chance zum Ausgleich vergab (57.) und Luis Perez die Gelb-Rote Karte sah (61.), weil er einen weiteren Elfmeter schinden wollte. Die seit 17 Partien ungeschlagenen Portugiesen bescherten ihrem Trainer Luiz Felipe Scolari gleich zwei Jubiläen: Der 30. Länderspielsieg mit Portugal war zugleich der zehnte WM-Sieg in Serie für den brasilianischen Weltmeister-Coach von 2002, der damit unerreicht ist.
Bei den mexikanischen Spielern wollte sich nach dem Schlusspfiff keine rechte Erleichterung einstellen. «Es tut weh, sich trotz einer Niederlage zu qualifizieren. Wir machen zu wenig Tore», schimpfte Kapitän Rafael Marquez, dem der Achtelfinal-Gegner völlig egal war: «Wir müssen beide schlagen, wenn wir dabei bleiben wollen.» Das sieht auch Portugals Coach Scolari so: «Wir können es uns leider nicht aussuchen», sagte er und lobte sein ausgeglichen besetztes Team: «Besser konnte es gar nicht gehen. Ich bin unheimlich stolz.» Beim «Hallenfußball» unter dem geschlossenen Dach des Schalker Stadions bekamen die Fans auch vom zweiten Anzug der Portugiesen tollen Angriffsfußball zu sehen. Scolari schonte alle fünf Gelbsünder, um eine Sperre für das Achtelfinale zu vermeiden. Von den sieben WM-Spielern, die 2004 mit dem FC Porto das Champions-League-Finale in Gelsenkirchen gewonnen hatten, standen nur Ricardo Carvalho und Maniche in der Startelf. |