Die EM leitete einen Generationswechsel ein. Sie markierte das Ende der «goldenen Generation» und den Aufstieg neuer Fußballgrößen. Dazu gehören Spielmacher Deco, ein gebürtiger Brasilianer, der beim FC Barcelona unter Vertrag steht, der Stürmer Cristiano Ronaldo von Manchester United oder der Benfica-Kapitän Simão Sabrosa. Figo darf zwar weiter die Kapitänsbinde tragen, aber er ist nicht mehr der unumstrittene Star der Nationalelf. Er muss sich mittlerweile damit abfinden, nur noch einer von vielen zu sein und häufig ausgewechselt zu werden. Figo war einst einer der teuersten Fußballer der Welt und der erste «Galaktische» bei Real Madrid gewesen. Aber die Zeit ist nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Bei Real war er in der vorigen Saison zumeist nur noch zweite Wahl. Er wechselte 2005 zu Inter Mailand , konnte dort aber auch nicht mehr an seine alte Form anknüpfen. Figo will nach dem Scheitern bei der WM 2002 von der Rolle eines Geheimfavoriten nichts mehr wissen: «Wenn wir sagen würden, wir wollten Weltmeister werden, würden wir unsere Spieler unnötig unter Druck setzen», gibt er sich vorsichtig, fügt jedoch hinzu: «Träumen kostet aber nichts.» Portugal tritt in Deutschland mit einem amtierenden Weltmeister an. Trainer Luiz Felipe Scolari hatte Brasilien 2002 zum Titelgewinn geführt. Der 57-Jährige stößt mit seinen eigenwilligen Methoden und seiner Dickköpfigkeit bei den Portugiesen zwar immer wieder auf Kritik. Aber der Brasilianer erzielte mit Portugal in der Qualifikation eine Bilanz, die die kühnsten Erwartungen übertraf: Portugal blieb ungeschlagen und schoss zusammen mit Tschechien die meisten Tore in Europa (35). Den vermeintlich stärksten Konkurrenten Russland fertigten die Portugiesen mit 7:1 ab.
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