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Ivorer mit 3:2-Sieg gegen Serbien-Montenegro

München (dpa) - 21.06.2006, 23:38 Uhr

Nikola Zigic (r) trifft gegen den ivorischen Torhüter Boubacar Barry zum 1:0.
Nikola Zigic (r) trifft gegen den ivorischen Torhüter Boubacar Barry zum 1:0.

Mit einer Energieleistung hat Neuling Elfenbeinküste den ersten WM-Sieg geschafft und einen versöhnlichen Abschied von der Fußball-WM gefeiert. Nach 0:2-Rückstand gewannen die Westafrikaner in München gegen Serbien-Montenegro doch noch hoch verdient mit 3:2 (1:2).

Serbien-Montenegro, das nach der Gelb-Roten Karte für Albert Nadj kurz vor der Pause fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl spielte, verabschiedete sich sang- und klanglos von der Fußball-Landkarte und blieb ohne Punkt bei der WM. Nach der Abspaltung Montenegros wird das Team nicht mehr unter altem Namen antreten.

«Wir wollten heute zeigen, was wir in den anderen Spielen nicht gezeigt haben. Aber die Elfenbeinküste ist stark. Sie hätte mit mehr Glück auch Zweiter in der Gruppe werden können», meinte Serbiens Ilija Petkovic nach seinem letzten Spiel als Nationaltrainer. «Trotz dieser WM bin ich stolz auf mein Team.»

Schon nach 20 Minuten hatte die Ivorer im bedeutungslosen Duell der Verlierer in der Gruppe C ohne ihren gelb-gesperrten Torjäger Didier Drogba nach Toren durch Nikola Zigic (10. Minute) und Sasa Ilic (20.) mit 0:2 zurückgelegen. Aruna Dindane schaffte per Handelfmeter (37.) und per Kopf (67.) bei Dauerregen im Alleingang den Ausgleich. Boneventura Kalou (86.) belohnte mit dem zweiten verwandelten Handelfmeter die Angriffsmühen seines Teams. In der Nachspielzeit sah Cyril Domoraud noch Gelb-Rot, der Freude der «Elephants» tat dies keinen Abbruch mehr.

«Bis zum 0:2 waren wir sehr schwach. Aber dann haben wir toll reagiert und hatten die drei Tore verdient. Wir machen noch zu viele Fehler», sagte Trainer Henri Michel, der zum letzten Mal die Elfenbeinküste betreute. «Sechs Gegentore in drei Spielen sind zu viel. Das muss die Mannschaft in Zukunft abstellen um wirklich ein großes Team zu werden», gab er ihr mit auf dem Weg.


Pech hatte der Schalker Mladen Krstajic in seinem voraussichtlich letzten Länderspiel. Der Abwehrspieler brach sich den linken Arm und muss voraussichtlich operiert werden. Für ihn kam nach 16 Minuten Nadj, der eine halbe Stunde später vom Platz flog.

Petkovic und Michel, die beide zum letzten Mal ihre Mannschaften betreuten, hatten ihre Formationen stark verändert. Der Spielverlauf war lange Zeit kurios. Die Afrikaner dominierten, vergaben aber wie bei ihren Niederlagen gegen Argentinien und die Niederlande zu viele Chancen. Allein Dindane vom RC Lens scheiterte in der ersten Halbzeit drei Mal freistehend an Torhüter Dragoslav Jevric.

Serbien-Montenegro profitierte bei seinen Treffern durch den 2,02 Meter langen Zigic und Ilic von krassen Abwehrfehlern des WM- Neulings. Auch die Serben zeigten sich hilfsbereit: Unbedrängt ging Milan Dudic im Strafraum mit der Hand zum Ball. Den Elfmeter verwandelte Dindane (37.) im zweiten Anlauf. Nach der Pause spielte nur noch die Elfenbeinküste. Nach zahlreichen Chancen schaffte erneut Dindane (67.) per Kopf den Ausgleich. Als Dudic erneut im Strafraum Hand spielte, traf Kalou vom Elfmeterpunkt sicher.

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