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Serbien und Elfenbeinküste sagen enttäuscht Adieu

München (dpa) - 20.06.2006, 15:24 Uhr

Der Ivorer Bakary Kone für seine Landsleute wenigstens einen WM-Sieg erringen.
Der Ivorer Bakary Kone für seine Landsleute wenigstens einen WM-Sieg erringen.

Der letzte Vorhang fällt. Im Duell der Enttäuschten wollen sowohl Serbien-Montenegro als auch die Elfenbeinküste für den versöhnlichen Abschluss einer missratenen Fußball-WM sorgen. Besonders die Osteuropäer stehen nach der «Schmach» gegen Argentinien unter Druck.

«Wir müssen versuchen, unsere Ehre wiederherzustellen», sagte Kapitän Savo Milosevic vor der Abschlusspartie der beiden bereits ausgeschiedenen Teams in München. Nach der 0:6-Demütigung gegen Argentinien und dem Chaos der vergangenen Tage sinnt das Team des scheidenden Trainers Ilija Petkovic im letzten Länderspiel als Zwei-Nationen-Team auf Wiedergutmachung.

«Wir müssen schauen, dass wir unser Gesicht wahren», gab Schalkes Verteidiger Mladen Krstajic als Losung aus. Zudem drohte der Verband, den Spielern die versprochene WM-Prämie von rund 500 000 Euro bei einer erneuten beschämenden Leistung nicht auszuzahlen. «Das Geld bekommen sie nur, wenn sie sich würdevoll präsentieren», kündigte Teamsprecher Aleksandar Boskovic an.

Vor der Partie, in der die «Blauen» nach Ansicht von Milosevic «viel verlieren, aber nichts gewinnen» können, geht das ohnehin nur mit 21 Spielern ins Turnier gestartete Team personell am Krückstock. Neben den gesperrten Mateja Kezman und Ognjen Koroman fällt Albert Nadj aus. Da auch Stuttgarts Bundesliga-Profi Danijel Ljuboja, Ivica Dragutinovic und Dusan Basta angeschlagen sind, stehen Petkovic im ungünstigsten Fall nur zwölf Feldspieler zur Verfügung.

Trotz des frühen Ausscheidens ist die Stimmung im Lager der Elfenbeinküste ungleich besser. Die zuvor als Geheimfavoriten gehandelten Afrikaner müssen zwar auf den gelb-gesperrten Torjäger Didier Drogba verzichten, sind aber nach ihren couragierten Auftritten gegen die Niederlande und Argentinien zuversichtlich. «Die bisher gezeigte Leistung macht viel Hoffnung für die Zukunft», meinte Nationalcoach Henri Michel, der seinen Abschied ankündigte.


Für seine Spieler wird das Duell der Gescheiterten beileibe kein Match um die «Goldene Ananas»: «Wir wollen den Sieg für die Menschen in unserer Heimat. Dann können wir mit erhobenem Haupt nach Hause fahren», sagte Angreifer Bakary Kone.

Das wird der Petkovic-Elf auf keinen Fall gelingen. Selbst ein «Dreier» zum Abschluss würde die WM-Mission der mit vielen Ambitionen angereisten «Blauen» nicht retten können. Nun hoffen alle auf den Neuanfang mit zwei eigenständigen Nationalteams von Serbien und Montenegro. «Ein Kapitel in unserer Geschichte ist zu Ende gegangen und ein anderes, hoffentlich besseres, wird am Mittwoch beginnen», sagte Boskovic.

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