Während der Europameister von 1988 mit den ersten drei Punkten in der schweren Gruppe C wie tags zuvor Argentinien bereits den Grundstein für den Einzug ins Achtelfinale gelegt hat, geht es für Serbien-Montenegro in Gelsenkirchen gegen Argentinien bereits um Alles oder Nichts. Doch auch hier deutet sich ein Hauskrach an. Der zwei Minuten vor dem Wechsel für den überforderten Robben-Gegenspieler Nenad Djordjevic eingewechselte Ognjen Koroman kritisierte massiv die Taktik von Trainer Ilija Petkovic. «Ich sehe keine Logik darin, so defensiv anzutreten. Hätten wir die Holländer attackiert, hätten wir sie schlagen können», meinte Koroman. «Wenn wir gegen Argentinien so spielen, haben wir keine Chance.» Stürmerstar Mateja Kezman nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund: «Wir hängen da vorne in der Luft. Wenn wir nicht anfangen, nach vorn zu spielen, fliegen wir aus dem Turnier.» Die «englische» Sturmreihe mit Robben, dem blass gebliebenen Ruud van Nistelrooy und Van Persie hatte schnell das Abwehrbollwerk um den Schalker Bundesliga-Profi Mladen Krstajic geknackt. Van Persie verlängerte einen langen Pass von Mark van Bommel auf den lauernden Robben, der den herauslaufenden Torwart Dragoslav Jevric mit einem überlegten Flachschuss überwand. «Wir haben einen Fehler gemacht und sind dafür bestraft worden», sagte Trainer Ilija Petkovic. Die frühe Führung löste die Fesseln bei den Niederländern. Sie wurden sicherer, ließen den Ball durch ihre Reihen laufen und setzten immer wieder geschickt den glänzend aufgelegten Robben in Szene. In der 22. Minute prüfte er Jevric mit einem Linksschuss aus 20 Metern. In der 37. Minute strich sein Flachschuss haarscharf am Pfosten vorbei. Die Balkan- Kicker erspielten sich bei hoch sommerlichen Temperaturen vor allem über die anfällige rechte Seite der Niederländer einige gute Chancen, waren im Abschluss aber zu harmlos. Auch in der zweiten Halbzeit gaben sich die «Blauen» nicht auf. Fast wäre Koroman noch der Ausgleich geglückt. Seinen tückischen Aufsetzer aus 16 Metern hielt Torhüter Edwin van der Sar erst im Nachfassen (71.). Auch der eingewechselte Stuttgarter Bundesliga- Profi Danijel Ljuboja konnte nichts mehr ausrichten. Bei den Niederländern kam der Hamburger Khalid Boulahrouz noch zu einem Kurzeinsatz, während sein Clubkamerad Rafael van der Vaart auf der Bank schmorte.
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