Im Achtelfinale soll das nun anders werden. Trainer Lars Lagerbäck meinte nach dem England-Spiel, dass Ibrahimovic gegen Deutschland vielleicht wieder einsatzfähig sei: «Wir haben jedenfalls ein bisschen Hoffnung.» Allerdings ist mit der Zerrung eben nicht automatisch auch Ibrahimovic' monatelange Formschwäche beendet. Aber für den Notfall steht ja noch der torgefährliche Allbäck parat. Viel wichtiger dürfte für das Achtelfinale am Mittsommertag sein, dass Larsson endlich zu seiner Bestform findet. Er habe beim Welt- Turnier auf dem Platz zu wenig Verantwortung übernommen, heißt es in den Kommentaren schwedischer Medien. Dauerläufer Ljungberg, von den «Großen» bisher der erfolgreichste, kann es kaum erwarten: «Das wird ein Superspiel. Die Deutschen sind alle ziemlich groß, da müssen wir den Ball unten halten und sie ordentlich zum Laufen bringen.» Mächtig stolz waren die Nordlichter, dass sie in letzter Minute ihre Serie mit 38 Jahren ohne Niederlage gegen England durch Larssons Ausgleich retten konnten. «Das war wichtig für uns Spieler und für das schwedische Volk», meinte Larsson. Nun muss die Elf um den stets zurückhaltenden und für viele zu defensiv denkende Trainer Lagerbäck eine andere Serie knacken: Seit 1958 hat es gegen Deutschland keinen Sieg in einem Pflichtspiel mehr gegeben. Damals waren es am 24. Juni, also genau 48 Jahre vor dem Achtelfinale von München, im legendären WM-Halbfinale von Göteborg nicht zuletzt singende, heulende, jubelnde, grölende und schreiende Fans im Ullevistadion mit ihrem «Heja Sverige», die den Ausschlag für das 3:1 der Gastgeber gaben. Nicht eine Milliarde, aber immerhin 57 000 Zuschauer waren damals dabei. Tausend Deutsche hatten in letzter Minute gegen Vorlage ihres Reisepasses Einlass gefunden.
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