Schwedens Fußball-Nationaltrainer Lars Lagerbäck (58) hat durch Aufspringen von seiner Bank beim 2:2 gegen England für erhebliches Aufsehen in der Heimat gesorgt.
Das habe der sonst stets reglos bis fast teilnahmslos die Spielzeit absitzende Coach nur getan, weil die Kritik daheim zu massiv geworden sei, meinten TV- Kommentatoren. Lagerbäck gilt vielen Landsleuten als Prototyp des bürokratischen «Administrationsvisionärs», der Fußball als graue Theorie wie in einem Volkshochschulkursus vermitteln wolle, jedes persönliche Risiko scheue und vor allem Niederlagen unauffällig aus dem Weg gehen wolle.
Dass der Trainer mit seiner Elf trotzdem den Weg ins Achtelfinale geschafft hat, muss nicht zuletzt Ministerpräsident Göran Persson in Stockholm freuen. Der Sozialdemokrat hatte Lagerbäck und seine Mannen schon nach dem 1:0-Sieg gegen Paraguay als «sehr gute Botschafter des Schwedischen Modells» gelobt. Als tragende Säulen dieses politischen Systems nennt er gerne Gleichheit für alle und Rücksicht auf die Schwachen. Lagerbäck selbst hält seine Mannschaft auf dieser Grundlage durchaus für finaltauglich.
Und er machte sich Gedanken über die 7,5 Millionen Euro Gehalt, die sein Landsmann Sven-Göran Eriksson als Englands Nationaltrainer bezieht: «Obszön. Ich würde mich schämen.» Selbst bekommt der frühere Amateurtrainer in Kilafors und Hudiksvall 150 000 Euro überwiesen.