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2:2 gegen England: Schweden trifft nun auf DFB-Elf

Köln (dpa) - 20.06.2006, 23:35 Uhr

Englands Rooney (Mitte) versucht gegen zwei Schweden an den Ball zu kommen.
Englands Rooney (Mitte) versucht gegen zwei Schweden an den Ball zu kommen.

England hat den Fußball-Klassiker gegen Deutschland vertagt und Schweden in das Achtelfinal-Duell gegen den WM-Gastgeber geschickt. Mit einigem Glück sicherte sich das «Mutterland des Fußballs» durch das 2:2 (1:0) gegen die Skandinavier den Sieg in der Vorrunden-Gruppe B.

England trifft nun am 25. Juni in der Runde der letzten 16 in Stuttgart auf Ecuador. Das Drei-Kronen-Team muss tags zuvor in München das vermeintlich schwerere Achtelfinale gegen die deutsche Mannschaft bestreiten. Das 2000. Tor der WM-Geschichte durch Marcus Allbäck (51. Minute) und Henrik Larssons spätes 2:2 (90.) reichten vor 45 000 Zuschauern in der ausverkauften Kölner WM-Arena für Schweden nicht zum erforderlichen Sieg. Denn Joe Cole (34.) und Steven Gerrard (85.) hatten für die Engländer in einem Fußball-Krimi dagegengehalten.

«Das wird doch Klasse, gegen die Deutschen zu spielen. Ich freue mich auf das Achtelfinale», meinte Schwedens Mittelfeld-Ass Fredrik Ljungberg nach dem Kraftakt. Auch Spielmacher Kim Källström verbreitete Zuversicht: «Wir haben knallhart gearbeitet. Die Moral in der Truppe ist nun wirklich Spitze.» Und Coach Lars Lagerbäck sagte: «Es wird ein sehr enges Spiele gegen ein starkes deutsches Team.» Englands Torschütze Gerrard tat hingegen so, als ob seinem Team nun jeder Gegner recht gewesen wäre. «Ecuador oder Deutschland - das wäre uns wurscht gewesen», erklärte er frech.

Englands Coach Sven-Göran Eriksson ließ dank des bereits gesicherten Achtelfinal-Einzugs wie erwartet sein Personal rotieren und die von einer Gelbsperre bedrohten Asse Gerrard und Peter Crouch zunächst vorsichtshalber draußen. Jungstar Wayne Rooney und Bayern Münchens Owen Hargreaves kamen so erstmals bei diesem Turnier von Beginn an zum Zuge. Doch die Partie begann mit einem Schock: Michael Owen, der rechtzeitig vor der WM einen Fußbruch auskuriert hatte, musste mit einer ohne Einwirkung eines Gegnerspielers erlittenen Knieblessur früh ausgetauscht werden (4.) - so kam Crouch doch noch zum dritten WM-Einsatz. Owen soll nun eingehend untersucht werden. «Es sieht nicht gut aus. Wir müssen hoffen», sagte Englands Coach Eriksson. «Es ist auf jeden Fall eine Knieverletzung, das ist sicher. Aber wir wissen noch nicht genau, was es ist.»

Die Engländer ließen sich jedoch von diesem Zwischenfall zunächst nicht beeindrucken und dominierten die Partie 45 Minuten lang. Das 28 Jahre alt gewordene Geburtstagskind Frank Lampard (8.) und Joe Cole (21.) zielten bei ihren Distanzschüssen zu ungenau. Die Führung lag erstmals in der Luft, als Kapitän David Beckham mit einem 40-Meter-Pass den flinken Rooney wunderbar in Szene setzte, doch dessen Schuss blockte Teddy Lucic noch im letzten Moment ab (25.).


Neun Minuten später machte es Joe Cole dann besser: Aus 26 Metern traf er mit einer traumhaften Bogenlampe über Keeper Andreas Isaksson hinweg in den Tor-Winkel. Den Schweden merkte man das Fehlen von Torjäger Zlatan Ibrahimovic (Adduktorenzerrung) deutlich an: Sie agierten harmlos und hatten vor der Pause keine Einschussmöglichkeit.

Nach dem Wechsel hatte man den Eindruck, als stünden zwei komplett neue Teams auf dem Platz. Die Schweden machten nun gewaltig Druck und stürzten die bis dahin sichere englische Hintermannschaft von einer Verlegenheit in die andere. Die erste gefährliche Aktion schloss der bis dahin gar nicht aufgefallene Ex-Rostocker Allbäck per Kopf zum überraschenden 1:1 ab.

Die Skandinavier drückten nun immens weiter: Torjäger Larsson (55.) und Kapitän Olof Mellberg hatten Pech, dass sie mit ihren Schüssen nur die Latte trafen. Die Abwehrschlacht der Briten ging in der Folge munter weiter: Der angesichts der hohen Not ebenfalls noch eingewechselte Gerrard rettete auf der Linie bei Källströms Schuss (72.) und verhinderte damit Schlimmeres für den Favoriten.

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