Belgrad (dpa) - 28.06.2006, 17:02 Uhr
Der Fußballverband des ehemaligen Staatenbundes von Serbien-Montenegro (FSSCG) ist aufgelöst worden. Das haben die Teilnehmer der Sitzung der FSSCG-Versammlung in Belgrad einstimmig beschlossen.
Zum Rechtsnachfolger ist der Fußballbund Serbiens (FSS) ernannt worden. Der FSS-Vorsitzende Zvezdan Terzic sagte, das sei ein «großer Tag» für den serbischen und montenegrinischen Fußball. Dejan Savicevic, früherer jugoslawischer Nationalspieler und nun Vorsitzender der montenegrinischen Fußballorganisation, erwartet in Zukunft die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit. Dabei sollen auch FIFA und UEFA helfen, deren Vertreter bei der Sitzung anwesend waren.
Der bisherige FSSCG-Vorsitzende Tomislav Karadzic sagte, dass der schlechte Auftritt der Nationalmannschaft von Serbien-Montenegro bei der WM in Deutschland Folge der «fehlenden Einheit, Eintracht und Harmonie» war. Die Mannschaft hatte alle drei Vorrunden-Spiele verloren. «Für das große Unheil sind nicht nur wir verantwortlich, wir waren in einer schwierigen Zeit tätig, in der überall die Politik zu fühlen war», zitierte ihn die Nachrichtenagentur Beta.
In einer seiner letzten Amtshandlungen hat der bisherige Verband noch die WM-Prämien für fünf Nationalspieler gekürzt. Mateja Kezman, Ognjen Koroman, Zvonimir Vukic, Danijel Ljuboja und Albert Nadj sollen nur 80 Prozent der zugesagten Summe erhalten. Zur Begründung sagte Karadzic, die Spieler würden wegen «Undiszipliniertheit» auf dem Spielfeld und im Trainingslager bestraft.