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Kühler Empfang für Tunesier - Trabelsi hört auf

Tunis (dpa) - 25.06.2006, 13:59 Uhr

Der Tunesier Hatem Trabelsi (r) kämpft mit dem Ukrainer Woronin um den Ball.
Der Tunesier Hatem Trabelsi (r) kämpft mit dem Ukrainer Woronin um den Ball.

Tunesiens Fußball-Nationalmannschaft ist nach ihrem Vorrunden-Aus bei der WM daheim äußerst kühl empfangen worden. Das Team war aus Frankfurt/Main kommend in Tunis gelandet.

Lediglich zwei Fernsehteams durften sich den Spielern auf dem Flughafen nähern, Trainer Roger Lemerre lehnte es ab, Fragen zu beantworten. Der Vertrag des 65 Jahre alten Franzosen war schon vor der WM-Endrunde in Deutschland bis 2008 verlängert worden.

Rechtsverteidiger Hatem Trabelsi hatte noch vor dem Abflug aus Deutschland seinen Rücktritt aus der Auswahl erklärt. Der 29 Jahre alte Profi von Ajax Amsterdam wolle sich nach 61 Länderspielen mehr Zeit für seine Familie nehmen, teilte der tunesische Fußball-Verband zu dem erwarteten Schritt mit. Trabelsi war bei drei WM-Endrunden dabei und gehörte zu den Leistungsträgern beim Gewinn der Afrika- Meisterschaft 2004. Er reiste von Deutschland aus nach Amsterdam.

Für die tunesischen Medien waren Schiedsrichter Carlos Amarilla aus Paraguay und Trainer Lemerre die Hauptschuldigen für das Scheitern. Die Nordafrikaner hatten am Freitag in Berlin durch einen höchst fragwürdigen Elfmeter 0:1 gegen die Ukraine verloren und damit auch im vierten Anlauf nicht die Vorrunde überstanden.

«Diese WM ist genauso bemitleidenswert zu Ende gegangen wie die beiden vorherigen», schrieb die Zeitung «Le Temps» aus Tunis. Und «La Presse» fragte: «Warum das Schicksal nur in die Hände des Schiedsrichters legen?» Lemerre hätte angesichts des zum Weiterkommen notwendigen Erfolges weitaus offensiver spielen lassen müssen.


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