Kein Einspruch gegen Kroatien-Australien
Berlin (dpa) - 23.06.2006, 14:55 Uhr
Graham Poll (l) zeigt Kroatiens Simunic das dritte Mal gelb. Hinten steht Niko Kovac.
Gegen die Wertung des WM-Spiels Kroatien gegen Australien (2:2) ist trotz eines Regelverstoßes von Schiedsrichter Graham Poll (England) kein Einspruch von einem der beteiligten Teams erhoben worden. «Es ist richtig, dass da ein regeltechnischer Fehler des Schiedsrichters vorliegt. Dies könnte unter gewissen Umständen zu einer Neuansetzung führen», erklärte Markus Siegler, Mediendirektor der FIFA, in Berlin. Ein Protest sei aber ausgeblieben. Der Referee hatte in der Partie in Stuttgart dem für Hertha BSC spielenden Kroaten Josip Simunic drei Mal die Gelbe Karte gezeigt. Nach Verwarnungen in der 85. und 90. Minute zeigte er dem Kroaten am Ende noch die Gelb-Rote Karte (90.+3).
Entsetzt über diesen kapitalen Lapsus war FIFA-Präsident Joseph Blatter. «So ein Fehler darf nicht vorkommen. Das kann man nicht verzeihen», sagte der Schweizer. Unverständlich sei für ihn, dass weder die Schiedsrichter-Assistenten noch der vierte Referee den Briten über Funk auf den Fauxpas hingewiesen haben. «Wenn so ein offensichtlicher Fehler passiert, hätten sie doch eingreifen müssen.» Blatter erwartet nun von der Schiedsrichter-Kommission eine Analyse und Bewertung des Falls. «Ich traue der Kommission genug Fingerspitzengefühl zu», meinte er auf die Frage auf einen möglichen weiteren Einsatz Polls. Und ergänzte: «So einen Fehler darf man sich nicht leisten.»
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