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«Elefanten» verlassen WM mit Sieg - Serben trotzig

München (dpa) - 22.06.2006, 12:28 Uhr

Spieler der Elfenbeinküste tanzen nach dem Ausgleich gegen Serbien-Montenegro.
Spieler der Elfenbeinküste tanzen nach dem Ausgleich gegen Serbien-Montenegro.

Moral bewiesen, das Selbstbewusstsein gestärkt: Nach dem ersten WM-Sieg seines Landes feierte Didier Drogba noch lange mit den Fans im Münchner Stadion und verabschiedete sich als Letzter seines Teams mit erhobenem Haupt von der Fußball-Weltmeisterschaft.

«Ich bin sehr stolz», sagte der im Abschlussspiel gesperrte Stürmerstar nach dem 3:2 der Elfenbeinküste gegen Serbien-Montenegro. «Wir haben diesen Erfolg erzwungen. Der Sieg ist sehr wichtig für uns.» Frust regierte dagegen beim Zwei-Nationen-Team, das sich ohne einen Punkt von der Fußball-Landkarte verabschiedete: «Ich bin sehr enttäuscht», gestand Stürmer-Routinier Savo Milosevic.

Zwei gelb-rote Karten, fünf Verwarnungen und fünf Tore - das bedeutungslose Spiel in der schweren Gruppe C hatte für die 66 000 Zuschauer im ausverkauften Münchner Stadion Unterhaltungswert. Nach einem 0:2-Rückstand konnten die Westafrikaner durch einen Doppelpack von Aruna Dindane und den späten Siegtreffer (86.) per Handelfmeter durch Bonaventure Kalou den ersten WM-Sieg perfekt machen. «Das war ein großer Tag für uns», meinte Kalou. «Das Wichtigste war, das Turnier gut zu beenden», sagte Dindane.

Als «Absturz in die Hölle» hatte hingegen ein heimisches Boulevardblatt den WM-Auftritt des mit hohen Erwartungen gestarteten Team von Trainer Ilija Petkovic beschrieben, und auch der letzte gemeinsame Auftritt von Serbien und Montenegro war voller Pleiten, Pech und Pannen: Nach 16 Minuten musste Schalke-Abwehrspieler Mladen Krstajic wegen eines Armbruchs passen, sein Nachfolger Albert Nadj flog kurz vor der Pause wegen wiederholten Foulspiels vom Feld. Am Ende hatten die Afrikaner gegen nur noch zehn Gegenspieler trotz zahlreicher ausgelassener Torchancen leichtes Spiel. Gruppenletzter, 2:10-Tore - doch der scheidende Trainer Petkovic gab sich kämpferisch: «Wir werden wieder aufstehen und neue Talente entdecken. Serbien ist unzerstörbar.»

Gelassener präsentierte sich Trainer Henri Michel bei seinem Abschied vom Team der Elfenbeinküste. «Das hat Freude gemacht», sagte der französische Weltenbummler, der schon im Juli ein Engagement in Katar annehmen wird. «Die Elfenbeinküste besitzt großes Potenzial. Aber sechs Gegentore in drei Spielen sind einfach zu viel. Wir haben gegen Argentinien und die Niederlande Lehrstunden erhalten», schrieb der 58-Jährige den Westafrikanern nach den unglücklichen Niederlagen ins Stammbuch. «Wir brauchen zu viele Chancen für ein Tor. Das muss das Team abstellen, wenn es eine große Mannschaft werden will.»


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