Kaiser-Lob trotz 0:0 - Stürmer Tevez eine Bank
Frankfurt/Main (dpa) - 22.06.2006, 21:55 Uhr
Carlos Tevez (l) wurde zum Mann des Spiels Niederlande - Argentinien gewählt.
Pflicht erfüllt, nun die Geburtstags-Kür und im übernächsten Spiel vielleicht schon gegen Deutschland: Top- Favorit Argentinien geht mit breiter Brust und Reservisten der Extraklasse in die K.o.-Runde der Fußball-Weltmeisterschaft. «Argentinien hat eine sensationelle Mannschaft», zollte Bondscoach Marco van Basten dem zweimaligen Titelträger nach dem 0:0 in Frankfurt höchsten Respekt. Und ausgeschöpft haben die Latinos ihr Potenzial noch lange nicht. Es gebe noch ein paar Dinge, die fehlen würden. «Wir haben nun bis Samstag Zeit, uns diese zu erarbeiten», kündigte Trainer José Pekerman an: «Wir haben großen Ehrgeiz und die Mentalität zum Siegen.» Eine erneute «Gaucho»-Gala blieb gegen schwache und ebenfalls in B- Besetzung angetretene Niederländer zwar aus. Doch der drei Tage vor dem Achtelfinal-Match gegen Mexiko clever kalkulierte und im Schongang eingefahrene Punkt unterstrich, warum die Südamerikaner auch in den Wettbüros auf Platz 1 vor Rekord-Champion Brasilien stehen. Pekerman kann sich selbst auf seine Ersatzspieler verlassen.
«Es war ein tolles Fußball-Spiel trotz des 0:0. Es ging rauf und runter», befand Franz Beckenbauer, im Gegensatz zu ZDF-Experte Jürgen Klopp («Wie eine Socke als Weihnachtsgeschenk»). Von Überschwang war aber auch in Argentinien nach der Nullnummer keine Spur, stattdessen gab es Kampfansagen an die Konkurrenz. «Auftrag erfüllt. Jetzt wollen wir mehr», schrieb die Zeitung «La Nación». «Uns fehlte das Tor. Jetzt ist Mexiko dran», meinte das Fachblatt «Olé». Anspruch auf weltmeisterliche Qualität durften die Argentinier nur eine Halbzeit lang erheben. Und das, obwohl Pekerman wegen drohender Sperren auf seinen etatmäßigen Sturm mit Hernán Crespo und Javier Saviola verzichtet hatte. Dafür mischte der «Zwergen-Angriff» mit Carlos Tevez (1,68 m) und Lionel Messi (1,70 m) die Oranje-Abwehr auf. Ein Tor gelang Messi in seinen weißen Schuhen mit der Aufschrift «La Mano de Dios» auf einer goldenen 86 aber ebenso wenig wie dem zum Spieler des Tages gewählten Tevez. Es habe noch ein bisschen an der Abstimmung mit Messi und auch Spielmacher Juan Román Riquelme gehapert, gab Tevez, mit 22 Jahren bereits dreimaliger Spieler Südamerikas, zu Protokoll. |