Angola hofft auf Achtelfinale - Iranische Debatten
Leipzig (dpa) - 20.06.2006, 19:03 Uhr
Spielt er oder spielt er nicht? Ali Daei ist im iranischen Team umstritten.
Außenseiter Angola hofft auf das Achtelfinale, die selbst ernannte «beste iranische Mannschaft aller Zeiten» verzettelt sich in Personaldiskussionen. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden bei der Fußball-Weltmeisterschaft steht Irans heftig kritisierter Trainer Branko Ivankovic auch wegen des umstrittenen Festhaltens an Altstar Ali Daei vor seinem Abschied. Angola hingegen träumt von der Fortsetzung seines ersten WM-Abenteuers nach dem überraschenden 0:0 gegen Mexiko. Dafür ist aber ein klarer Sieg der bislang torlosen «Schwarzen Antilopen» in Leipzig gegen den Iran Voraussetzung. «Wir müssen ein wenig mehr riskieren und mehr Druck entfalten», sagte Trainer Luis Oliveira Goncalves. Drei Punkte und möglichst viele Tore allein reichen Angola aber nicht für das Achtelfinale. Die frühere Kolonialmacht Portugal müsste mit einem Erfolg gegen Mexiko Schützenhilfe leisten. Das ganze angolanische Volk zittert mit seiner Mannschaft. 100 000 Menschen feierten das 0:0 gegen Mexiko in der Hauptstadt Luanda mit Fahnen und Jubelgesängen. Bei einem Sieg gegen den Iran dürfte das Land, in dem lange ein Bürgerkrieg tobte, Kopf stehen.
Dafür wird Angolas Trainer Goncalves wohl einen zweiten Stürmer neben dem bislang enttäuschenden Mannschaftskapitän Akwa bringen. Nach dem Punktgewinn gegen Mexiko und dem ersten afrikanischen Sieg bei der WM - dem 2:0 Ghanas gegen Tschechien - ist Angola selbstbewusster geworden. «Wir haben der ganzen Welt bewiesen, dass wir uns nicht zufällig für die WM qualifiziert haben», sagte Spielmacher Paulo Figueiredo. Um Schadensbegrenzung geht es für den Iran, der bei seiner dritten WM-Teilnahme erneut die zweite Runde verpasste. «Natürlich kann nach zwei Niederlagen der Mannschaftsgeist nicht mehr der beste sein», sagte Trainer Ivankovic und drückte damit die zunehmenden Querelen in seiner Mannschaft noch diplomatisch aus. Der nach der WM auslaufende Vertrag des Kroaten wird angesichts der massiven Kritik an seinen Personalentscheidungen wohl nicht mehr verlängert. Ivankovic selbst hatte bereits erklärt, er wolle gerne wieder als Vereinstrainer arbeiten. Erster Anwärter auf seine Nachfolge ist Arie Haan. Der niederländische Vize-Weltmeister von 1974 arbeitet derzeit erfolgreich als Trainer bei Persepolis Teheran und hatte seine Bereitschaft bereits signalisiert. |