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Ecuador-Trainer Suárez: Mehr Respekt vor Polen

Bad Kissingen (dpa) - 30.05.2006, 17:45 Uhr

Ecuadors Trainer Luis Fernando Suarez posiert nach der Landung in Frankfurt/Main.
Ecuadors Trainer Luis Fernando Suarez posiert nach der Landung in Frankfurt/Main.

Ecuadors Nationaltrainer Luis Suárez schätzt Gruppengegner Polen stärker als Deutschland ein. «Auf Polen müssen wir am meisten aufpassen», sagte er beim ersten öffentlichen Auftritt der Südamerikaner im WM-Quartier in Bad Kissingen.

«Deutschland ist natürlich immer gefährlich. Es ist eine Turniermannschaft», ergänzte Suárez. Zu den eigenen Zielen bei der erst zweiten Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft nach 2002, wo Ecuador in der Vorrunde ausgeschieden war, sagte der ehrgeizige Coach nichts. Seine «selección» habe keinen Star. «Die Stärke ist das Kollektiv. Jeder setzt sich für den anderen ein.»

Der Trainer und sein Team präsentierten sich 24 Stunden nach ihrer Ankunft in dem malerischen fränkischen Kurort noch müde und relativ wortkarg. Auch die vorabendliche Entspannung in der Therme hatte den Reisestress nicht ganz abgebaut. Deshalb ließ Suárez seine Schützlinge am Vormittag vor dem Hotel nur leichte Lockerungsübungen machen und am Nachmittag nach der Pressekonferenz im «Dr. Hans Weiß Sportpark» unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein bisschen trainieren. Wegen Schneefalls war der Hauptplatz nicht bespielbar und die Ecuadorianer mussten auf den B-Platz ausweichen.

Trotz dieser widrigen Wetterbedingungen waren die Südamerikaner gut gelaunt. «Es ist kälter, als ich erwartet habe, aber das Wetter erinnert mich an Quito», sagte Stammtorhüter Edwin Villafuerte. Suárez erklärte, er sei sehr zufrieden mit Bad Kissingen, dem Hotel und dem Trainingsplatz. «Schade ist nur, dass wir bislang kein ecuadorianisches Fernsehprogramm empfangen können.» Dem soll aber Abhilfe geschaffen werden.

Wichtiger als das fehlende Heim-TV ist dem Trainer der WM-Auftakt am 9. Juni in Gelsenkirchen. «Ich denke jetzt nur an Polen», versicherte der 46 Jahre alte gebürtige Kolumbianer. Die Gruppe A sei schwierig, aber er sei sich sicher, dass die Gegner seinem Team «mit Respekt begegnen» würden. Costa Rica, der zweite Kontrahent (15. Juni in Hamburg) vor dem abschließenden Vorrundenspiel gegen Deutschland (20. Juni in Berlin), verfüge ebenfalls über «eine erfahrene Mannschaft».


Suárez erwartet vor allem von den Akteuren, die bereits bei der WM-Premiere mit von der Partie waren, dass sie Führungsfunktionen ausüben: «Ich habe sieben, acht erfahrene Spieler und hoffe, dass sie dies auf dem Platz zeigen.» Schließlich will die «Tri» bei diesem Fußball-Fest nicht nur für Furore sorgen, sondern die WM soll zugleich ein Sprungbrett für die überwiegend in ihrer Heimat aktiven Akteure ins lukrative Ausland werden. «Ich hoffe, dass viele Spieler anschließend einen Vertrag in Europa erhalten», sagte Suárez.

Den letzten Feinschliff vor der Polen-Partie will der Coach seiner «selección» gegen die deutsche Studenten- Nationalmannschaft verpassen, auch wenn er versicherte, den Testspielen keine allzu große Bedeutung beizumessen. «Wir wollen vor allem am Defensivverhalten arbeiten. Da hat es zuletzt beim 1:2 gegen Mazedonien gehapert», erklärte Suárez.

Entwarnung gab der Trainer im Fall des verletzen Stürmers Carlos Tenorio: «Es ist nicht so schlimm.» Tenorio habe keinen Muskelfaserriss wie ursprünglich befürchtet und sein WM-Einsatz sei nicht gefährdet. Wie lange der 27-Jährige weiter pausieren muss, steht allerdings noch nicht fest.

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