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Ländersteckbrief Deutschland

15.05.2006, 16:26 Uhr

Die Nationalflagge von Deutschland
Die Nationalflagge von Deutschland

Offiziell: Bundesrepublik Deutschland
Hauptstadt: Berlin
Fläche: 357 050 qkm
Einwohner: 82 460 000 (2005)
Amtssprache: Deutsch
Währung: 1 Euro = 100 Cents
Internetkennung: de
Nationalfeiertag: 3. Oktober

Am 6. Juli 2000 sprach FIFA-Präsident Joseph Blatter die entscheidenden Worte: «And the winner is Deutschland!» Die FIFA hatte die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) übertragen. 32 Jahre nach der ersten WM in Deutschland findet das weltweit größte Turnier damit wieder im Land des dreifachen Weltmeisters statt. Umgehend setzte sich in der Fußballnation Deutschland eine beeindruckende Maschinerie in Gang, die sich nicht nur auf den Stadionausbau und die Infrastruktur beschränkte. Kultur, Wirtschaft und Politik verbrüderten sich mit der schönsten Nebensache der Welt und setzten die WM 2006 ganz oben auf ihre Agenda.

An die Spitze des Organisations-Komitees wurde Deutschlands Fußball-Ikone Nummer eins, Franz Beckenbauer, berufen. Auch das WM-Motto war schnell gefunden: «Die Welt zu Gast bei Freunden.» 16 Jahre nach dem letzten Titelgewinn 1990 verkündet Deutschland den Menschen aus aller Welt: Kommt zu uns und lasst uns gemeinsam ein Fußballfest feiern! Um die Botschaft von Deutschland als herzlichem Gastgeber mit persönlicher Präsenz zu unterstreichen, flog der «Kaiser» rund um den Globus und überbrachte allen 31 WM-Teilnehmern auf seiner «Welcome-Tour» noch einmal persönlich die Einladung nach Deutschland.

Die Begeisterung für den Fußball hat nicht zuletzt aufgrund der drei bislang gewonnenen WM-Titel Tradition. Das «Wunder von Bern» ist der Bevölkerung von der Küste bis zu den Alpen ein historischer Begriff. Helmut Rahn schoss 1954 den 3:2-Siegtreffer im WM-Finale gegen die hoch favorisierten Ungarn. Sepp Herberger, der legendäre Trainer, schenkte den Deutschen mit dem Sieg ein neues Selbstwertgefühl: Wir sind wieder wer. 1974 dann, im eigenen Land, sorgten neben Beckenbauer Spieler-Legenden wie Paul Breitner, Gerd Müller oder Günter Netzer für den Heimerfolg. Diesmal allerdings nicht ganz so unverhofft. In Italien führte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus 1990 die Schwarz-Weißen, unter ihnen auch der heutige Bundestrainer Jürgen Klinsmann, zum bisher letzten großen Triumph.

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Die aktuelle Nationalmannschaft befindet sich mit Klinsmann zwar noch im Umbruch, doch der ehemalige Stürmer hat sich und sein Team direkt bei seinem Amtsantritt gehörig unter Druck gesetzt, als er forsch ankündigte: «Wir wollen Weltmeister werden!» Besonders aufgrund ihres Heimvorteils rechnen viele Fachleute dem jungen Team tatsächlich eine Chance aus. Immerhin gilt es, den Vizemeister-Titel von 2002 zu verteidigen. Bei dem zur WM-Generalprobe hochgejazzten Confederations Cup 2005 entfachten die «Klinsmänner» mit ihrem mutigen Offensiv-Fußball und dem Finaleinzug eine euphorische Stimmung Land und verstärkten damit die Hoffnung darauf, dass sich die berühmten Worte Gary Linekers «Fußball ist, wenn 22 Mann dem Ball hinterherlaufen, und am Ende gewinnen immer die Deutschen» auch bei dem anstehenden Jahrhundertereignis bewahrheiten.

Der DFB ist mit über 6 Millionen Mitgliedern der größte Sportverband der Welt. Die Dachorganisation besteht seit 1900 und umfasst knapp 26 000 Vereine. Seit 1902 wird eine nationale Meisterschaft ausgespielt. Das nationale Aushängeschild und gleichzeitig der Publikumsmagnet ist die 1. Bundesliga. Mit einem Zuschauerrekord von über 12 Millionen Besuchern endete die Saison 2005/06. Im Schnitt kamen 40 000 Zuschauer pro Spiel in die Stadien. Das Ruhrgebiet, die Region mit der höchsten Bevölkerungsdichte in Europa, verfügt zugleich über die größte Konzentration an Profi-Vereinen. Die neuen Bundesländern können sich nach einjähriger Abstinenz in der kommenden Saison in Energie Cottbus immerhin wieder auf einen Ost-Club im Oberhaus freuen. Doch auch in der 2. Bundesliga rollt der Profi-Fußball. Beide Lizenzligen, in denen je 18 Vereine spielen, wurden Ende 2000 unter das Dach des vom DFB gegründeten Ligaverbandes (DFL) gestellt. Neben Rekordmeister FC Bayern München zählen der Hamburger SV, Borussia Dortmund, Schalke 04 und Werder Bremen zu den wichtigsten Vereinen. 

Mit mehr als 80 Millionen Einwohnern ist das seit 1990 wiedervereinigte Deutschland das bevölkerungsreichsste Land Europas. Davon profitiert auch die Nationalelf - so wuchsen neben Kapitän Michael Ballack auch weitere aktuelle Nationalspieler in der früheren DDR auf. Auch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die erste Frau in dem wichtogsten politischen Amt des Landes, stammt aus den neuen Bundesländern und zeigte sich bereits im WM-Fieber: «Ich bin überzeugt, die WM wird auch sportlich ein Erfolg.» Die Regierung des hoch industrialisierten Staates bildet eine große Koalition der beiden Volksparteien CDU und SPD. Wirtschaftlich gehört das in 16 Bundesländer unterteilte Land zu den führenden Nationen der Welt. Hauptstadt der 1949 gegründeten parlamentarischen Bundesrepublik ist Berlin, wo auch das WM-Finale am 9. Juli ausgetragen wird.


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