Grauer EM-Alltag statt WM-Party für DFB-Elf
München (dpa) - 10.07.2006, 12:12 Uhr
Bundestrainer Jürgen Klinsmann wird beim Fanfest in Berlin gefeiert.
Ob mit Jürgen Klinsmann oder einem neuen Bundestrainer: Nach dem Ende der Fußball-Weltmeisterschaft müssen sich die deutschen Fans nur 38 Tage bis zum nächsten Länderspiel des «Weltmeisters der Herzen» gedulden. Am 16. August trifft die deutsche Nationalmannschaft in Gelsenkirchen in einem Freundschaftsspiel auf den WM-Achtelfinalgegner Schweden. «Das Gute ist, dass wir uns in vier Wochen schon wiedersehen», hatte Philipp Lahm den über 500 000 schwarz-rot-goldenen Anhängern beim großen WM-Abschied der Nationalspieler auf der Berliner Fan-Meile zugerufen. Auf das WM-Nachspiel «auf» Schalke folgt jedoch der graue Alltag mit EM-Qualifikationsspielen gegen Fußball-Zwerge wie Zypern oder San Marino - und im Herbst beginnt sogar ein Länderspiel-Entzug von knapp acht Monaten ohne Heimspiel von «Poldi», «Schweini» & Co.
Nach dem Saisonstart gegen Schweden startet am 2. September in Stuttgart gegen Irland der Kampf um Punkte für die Teilnahme an der Europameisterschaft vom 7. bis 29. Juni 2008 in Österreich und der Schweiz. Nur vier Tage später folgt in der sieben Teams umfassenden Gruppe D das erste Auswärtsspiel gegen San Marino, das seit Aufnahme in den Weltverband (FIFA) 1988 noch kein Pflichtspiel, sondern nur ein Freundschaftsspiel gegen Liechtenstein gewinnen konnte. «Natürlich ist es schwer, gegen Irland anzutreten und wieder bei Null anzufangen», sagte Michael Ballack. «Aber damit haben doch alle Probleme», bemerkte der Kapitän. Auch der neue Weltmeister Italien oder der unterlegene Finalist Frankreich. Als Motivation dient das nächste große sportliche Ziel, wie Ballack nach dem dritten WM-Platz erklärte: «Bei der Europameisterschaft wollen wir wieder angreifen.» |