Am Mittag war die Hauptstadt noch in der Hand deutscher Fans gewesen - beim umjubelten WM-Abschied der Nationalelf vor einem Fahnenmeer aus Schwarz-Rot-Gold. Kapitän Michael Ballack holte einen Spickzettel aus dem Stutzen von Torwart Jens Lehmann und bedankte sich für die Fan-Unterstützung. Bundestrainer Jürgen Klinsmann war begeistert: «Tausend, tausend, tausend Dank, Ihr seid fantastisch. Das ist unglaublich», rief er in die Menge. Popstar Xavier Naidoo und die Band Sportfreunde Stiller sorgten für Stimmung. Am Samstag hatte die DFB-Auswahl mit einem 3:1 über Portugal WM-Platz drei erreicht. Etwa 6000 Polizeibeamte waren am Endspieltag in Berlin im Einsatz. Sie hatten das riesige Fanfest gesichert, zu dem seit Turnierbeginn insgesamt mehr als neun Millionen Besucher kamen. Die Stimmung blieb auch am Sonntag trotz hoch kochender Emotionen meist friedlich. Berlin erlebte zum Finale auch einen Ansturm der VIPs und Staatsgäste. Neben den Präsidenten Jacques Chirac (Frankreich) und Giorgio Napolitano (Italien) kamen auch UN-Generalsekretär Kofi Annan und Südafrikas Staatspräsident Thabo Mbeki, dessen Land Gastgeber der WM 2010 ist. In München feierten tausende Fans den vierten Titelgewinn Italiens bei einer Fußball-WM. Allerdings schien es einigen Deutschen schwer zu fallen, sich mit den Italienern zu freuen, die die deutsche Elf im Halbfinale besiegt hatten. Während des Spiels kam es auf dem Fanfest und in einem Biergarten zu Prügeleien zwischen Fans beider Länder. An der Main-Arena in Frankfurt fielen sich Italiener in die Arme, ein Franzose weinte, Bierbecher flogen durch die Luft. In Leipzig spendeten die Fans eher höflichen Applaus, viele hatten auf die Franzosen gesetzt. Jubel in Grun-Weiß-Rot dagegen in Hamburg, wo rund 40 000 Fußballanhänger feierten. In Hannover waren es rund 10 000 Menschen, die zu einer letzten Fußball-Party zusammenkamen, in Nordrhein-Westfalen waren es noch einmal zehntausende Fans. Auch in der Stuttgarter Innenstadt wehten die Fahnen des neuen Weltmeisters.
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