«Goldener Schuh» für gereiften Klose
Stuttgart (dpa) - 09.07.2006, 22:51 Uhr
Klose bekreuzigt sich im Spiel gegen Argentinien nach seinem fünften Tor der WM.
Getroffen hat er im «kleinen Finale» nicht mehr - dennoch darf sich Miroslav Klose mit dem «goldenen Schuh» schmücken. Mit seinen fünf Turnier-Toren wandelt Deutschlands «Ballermann» Nummer 1 auf den Spuren von Gerd Müller, der vor der 18. Weltmeisterschaft der einzige deutsche Torschützenkönig war. Nun holte sich Klose die begehrte Krone. Nach dem 3:1 gegen Portugal freute er sich noch über seinen Kollegen Bastian Schweinsteiger, der beim stimmungsvollen Abschluss der deutschen Nationalelf gleich zweieinhalb Tore erzielte. Am Final-Tag jubelte der gebürtige Pole über sich selbst. «2002 hatte ich den Silbernen Schuh», der Goldene sei nun ein Traum», bemerkte Klose, der in aller Ruhe das Finale zwischen Italien und Frankreich sah. Mit fünf Treffern hatte Klose am Ende einen komfortablen Vorsprung auf acht Schützen, die je drei Mal trafen. Zu seinen Verfolgern gesellte sich im Finale nur noch der Franzose Zinedine Zidane dank eines verwandelten Elfmeters (7.). «Wir können zufrieden sein mit dieser WM. Wir haben eine große Zukunft vor uns. Wir sind eine junge Mannschaft und wären froh, wenn wir so zusammenbleiben», wollte Klose nicht so sehr auf sich selbst, sondern lieber auf das ganze Team schauen.
Klose war in sein zweites WM-Turnier mit dem klaren Ziel gegangen, seine fünf Tore aus Asien 2002 dieses Mal zu übertreffen. Das gelang zwar nicht ganz, dennoch hat er dieses Mal Brasiliens Ronaldo - mit 15 Treffern erfolgreichster WM-Schütze aller Zeiten - abgehängt. «Es ist etwas ganz Großes, Torschützenkönig bei einer WM zu werden», sagte der Stürmer, der in der abgelaufenen Saison mit 25 Treffern in 26 Partien auch Bundesliga-Torschützenkönig war. 1970 war der «Bomber der Nation» Gerd Müller mit zehn Treffern als bislang einziger deutscher Fußballer Torjäger Nummer eins bei einer WM geworden. «Miro hat eine überragende Weltmeisterschaft gespielt», lobte Bundestrainer Jürgen Klinsmann und bescheinigte Klose noch einmal einen Qualitätssprung. Der Bremer hat die Provinz von Blaubach-Diedelkopf hinter sich gelassen und versprüht nun internationale Ausstrahlung. «Wie er auch immer wieder seine Mitspieler gesucht hat und Lukas Podolski geführt hat, war bemerkenswert», unterstrich Klinsmann. |