Schweinsteiger-Gala zum WM-Abschluss
Stuttgart (dpa) - 09.07.2006, 13:54 Uhr
Bastian Schweinsteiger stand nach seiner Gala gegen Portugal im Blickpunkt.
«Schumi» staunte, «Klinsi» grinste - und FIFA-Präsident Joseph Blatter geriet über «Schweini» ins Schwärmen. «Wir haben eine Explosion erlebt von Bastian Schweinsteiger, er schießt drei Mal und schießt drei Tore», lobte der Chef des Fußball-Weltverbandes. 55 Minuten war vom dribbelstarken Mittelfeldakteur nicht viel zu sehen, dann entschied er das Spiel um Platz drei gegen Portugal fast im Alleingang und bescherte seinem väterlichen Freund Oliver Kahn ein Abschieds-Präsent. «Ich bin froh, dass wir ihm einen Sieg schenken konnten», sagte der 21-Jährige. Offiziell wurden ihm zwar nur die Treffer zum 1:0 (56.) und 3:0 (78.) von der FIFA auf dem Trefferkonto gut geschrieben. Der wuchtige Freistoß Schweinsteigers, den Petit (61.) ins eigenen Tor lenkte, zählte als Eigentor - bei Bundestrainer Jürgen Klinsmann aber nicht. «Dass so ein Spiel mit drei Schweinsteiger-Toren entschieden wird - diese Geschichten werden halt nur im Fußball geschrieben», lobte Klinsmann seinen talentierten Schützling, der in den vergangenen WM- Wochen schwankende Leistungen bot.
Mit dem zweiten Doppelpack im Nationaltrikot - das Doppelpack- Debüt gab es durch seine ersten zwei Treffer für die DFB-Auswahl überhaupt am 8. Juni 2005 beim 2:2 gegen Russland - feierte der 35-malige Nationalspieler auch ein bravouröses Ende seiner ersten WM. Als Schweinsteiger, der beim FC Bayern eine wechselhafte Saison erlebt hatte, mit den Händen im Nacken und glasigen Augen in den Stuttgarter Sternenhimmel blickte, wirkte der spielfreudige Bursche aus dem bayerischen Kolbermoor mit der Medaille um den Hals nicht nur überwältigt vom Augenblick - sondern erleichtert über das Happy End. Viel Beifall gab es auch von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher im Stadion - eigentlich gab es überhaupt nur einen, der scherzhaft stichelte: Ausgerechnet sein Kumpel Lukas Podolski kritisierte mit einem verschmitztem Lächeln, denn mit drei gefühlten WM-Treffern erzielte der Mittelfeldakteur in einem Spiel so viele Tore wie Podolski während der gesamten Weltmeisterschaft in sieben Partien. «Frechheit. Das zahl ich ihm in vier Jahren zurück», versicherte der 21-Jährige.
|