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Jürgen Klinsmann - Die wichtigsten Stationen

09.07.2006, 09:41 Uhr

Jürgen Klinsmann umarmt in Stuttgart seinen Assistenztrainer Joachim Löw.
Jürgen Klinsmann umarmt in Stuttgart seinen Assistenztrainer Joachim Löw.

29. Juli 2004: Jürgen Klinsmann wird in der Frankfurter DFB-Zentrale als Bundestrainer präsentiert. «Ich will Weltmeister werden», sagt der Nachfolger von Rudi Völler. Erste Personalie ist die Bestellung eines Nationalmannschafts-Managers in Person von Oliver Bierhoff.

30. Juli 2004: Nach der Ablehnung des ehemaligen Beckenbauer- Assistenten Holger Osieck verpflichtet der DFB Klinsmanns Wunschkandidaten Joachim Löw als Co-Trainer.

16. August 2004: An seinem ersten Arbeitstag mit der Nationalelf setzt Klinsmann Torhüter Oliver Kahn als Kapitän ab und ernennt Michael Ballack zu dessen Nachfolger.

18. August 2004: Klinsmanns Länderspiel-Debüt in Wien endet nach drei Toren von Kevin Kuranyi mit einem 3:1 gegen Gastgeber Österreich.

4. September 2004: Vor dem Heimspiel-Debüt gegen Brasilien (1:1) in Berlin nehmen die US-Fitnesstrainer um Mark Verstegen die Arbeit auf. In der Bundesliga lästern einige über die «Übungen mit Gummibändern».


10. Oktober 2004: Das Länderspiel in Iran (2:0) ist die letzte Dienstreise von Sepp Maier als Bundestorwarttrainer. Klinsmann ersetzt Kahns Vereinscoach durch Ex-Nationalspieler Andreas Köpke.

2. Dezember 2004: Im Streit um das WM-Quartier erreicht Klinsmann sein Ziel: Der DFB stimmt der Verlegung von Leverkusen nach Berlin zu. Zugleich wird in Hans-Dieter Hermann erstmals ein Sportpsychologe in den Betreuerstab der Nationalmannschaft aufgenommen.

19. Dezember 2004: Auf der Asien-Reise erleidet Klinsmann mit der DFB-Elf beim 1:3 in Busan gegen Südkorea im sechsten Länderspiel die erste Niederlage.

17. Mai 2005: Jürgen Klinsmann mustert Chefausbilder Erich Rutemöller aus dem Trainer- und Beraterstab der Nationalmannschaft aus. Zugleich wird der Schweizer Urs Siegenthaler als Chefscout verpflichtet.

15. Juni 2005: Mit einem 4:3-Sieg gegen Australien startet die deutsche Mannschaft in Frankfurt in den Confederations Cup.

25. Juni 2005: Nach großem Kampf verlieren die «Klinsmänner» im Halbfinale mit 2:3 gegen Brasilien. Im Spiel um Platz drei erkämpfen Ballack & Co. in Unterzahl einen 4:3-Erfolg n.V. gegen Mexiko. Die Fans jubeln, Torhüter Oliver Kahn schimpft über den riskanten Stil: «Das war fast schon Kamikaze, was wir gespielt haben.»

17. August 2005: Mit einem schmeichelhaften 2:2 in Rotterdam gegen die Niederlande startet die Nationalmannschaft in die WM-Saison.

25. Oktober 2005: Klinsmann muss bei einem Krisengipfel mit der Bundesliga die Wiederbelebung einer von Bayern-Manager Uli Hoeneß angeführten «Task Force» für die Nationalmannschaft akzeptieren. Im Streit um seinen US-Wohnsitz setzt sich Klinsmann aber durch.

8. Februar 2006: Klinsmann verliert den Machtkampf um den Sportdirektor: Der DFB entscheidet sich für Matthias Sammer und gegen Klinsmanns Kandidaten, den Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters.

1. März 2006: Nach einer desolaten Vorstellung beim 1:4 in Italien erreicht die Kritik an Klinsmann den Höhepunkt. «Man wollte mich kippen», verriet der Bundestrainer vor der WM.

6. März 2006: Franz Beckenbauer ist restlos bedient. Klinsmanns Fernbleiben beim Workshop der WM-Trainer bringt den «Kaiser» auf die Palme. «Der Bundestrainer des Gastgeberlandes hätte da sein müssen. Das gehört sich einfach nicht.»

15. März 2006: Nach tagelangen heißen Debatten um den Bundestrainer wird beim Treffen mit Klinsmann und Beckenbauer im Bundeskanzleramt eine Große Koalition für die WM geschlossen. Angela Merkel sagt beim Empfang zu Klinsmann: «Die Bundesregierung wird Sie unterstützen.»

22. März 2006: Ein 4:1 gegen die USA in Dortmund ist für Klinsmann der dringend benötigte Befreiungsschlag. Klinsmann schlägt gegen seine Kritiker verbal zurück: «Da wird Politik gegen einen gemacht, die zu weit geht und respektlos ist, die aggressiv ist und versucht, Stimmung zu machen beim Publikum.»

7. April 2006: Klinsmann entscheidet sich für Jens Lehmann als WM-Torwart - Rivale Kahn wird zur Nummer 2 degradiert.

15. Mai 2006: Klinsmann sorgt bei der Nominierung seines WM-Kaders für einen Paukenschlag: Er verzichtet auf den Schalker Stürmer Kuranyi und nominiert stattdessen den Debütanten David Odonkor.

9. Juni 2006: Im Eröffnungsspiel lässt er den sich fit meldenden Ballack draußen - Deutschland siegt auch ohne den Kapitän in München 4:2 gegen Costa Rica.

14. Juni 2006: Mit Rückkehrer Ballack gelingt in Dortmund dank Joker Neuville in der Nachspielzeit ein 1:0-Sieg gegen Polen. Deutschland jubelt, Klinsmann wird immer mehr für seinen Kurs gefeiert.

20. Juni 2006: Das 3:0 gegen Ecuador in Berlin rundet den besten deutschen WM-Start seit 36 Jahren ab. Deutschland wird Gruppenerster. «Jürgen und seine Jungs - wir vertrauen Euch!», schreibt Beckenbauer in seiner «Bild»-Kolumne.

24. Juni 2006: Nach dem 2:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Schweden feiern Millionen Deutsche auf den Fan-Meilen und Straßen. Und selbst schärfste Kritiker schwenken um: «Unser Jürgen» muss bleiben.

30. Juni 2006: Das Viertelfinal-Drama von Berlin: Klose macht mit seinem 5. WM-Treffer die Führung der Argentinier wett, Jens Lehmann wird mit zwei Paraden zum Elfmeter-Helden. «Die Welt hat wieder Angst vor der deutschen Mannschaft», sagt Teammanger Oliver Bierhoff.

4. Juli 2006: In der 119. Minute ereilt Deutschland im Halbfinale gegen Italien der «sudden death». Grosso trifft, Del Piero legt nach - 0:2, Finale verpasst. Klinsmann steht geschockt und fassungslos an der Seitenlinie, später sagt er: «Der Traum ist zerplatzt.»

8. Juli 2006: Das «kleine Finale» wird zum versöhnlichen Abschluss für alle: Kahn darf beim 3:1 gegen Portugal noch einmal spielen und tritt danach zurück. Klinsmann wird von allen geherzt und hinterlässt Fans, Spieler und den DFB im Ungewissen: «Ich brauche ein paar Tage.»

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