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Viele Polen fieberten mit Podolski und Klose

Warschau (dpa) - 07.07.2006, 13:18 Uhr

Lukas Podolski (l) freuen sich über den 1:1-Ausgleich im WM-Viertelfinale gegen Argentinien.
Lukas Podolski (l) freuen sich über den 1:1-Ausgleich im WM-Viertelfinale gegen Argentinien.

Stanislaw Mirowski war nach dem Ausscheiden des deutschen Teams im Halbfinale fast so enttäuscht wie über die unrühmliche Heimkehr der polnischen Mannschaft.

«Unsere ganze Familie hat Deutschland die Daumen gedrückt», seufzte der Warschauer Ingenieur, der ein Jahr in Hamburg lebte. «Ich hätte es den deutschen Fans so gegönnt, dass sie ihre Mannschaft auch im Finale erleben.»

Wie viele Fußballfans hat er nicht nur die Spiele verfolgt. «Das ist eine tolle Stimmung, die da überkommt.» In polnischen Medien wird vom schwarz-rot-goldenen Farbenrausch im Nachbarland berichtet - aber ohne das Misstrauen früherer Zeiten. Polen gehört zu den Ländern, die gerade im Zweiten Weltkrieg furchtbare Erfahrungen mit Deutschen gemacht haben. Aber auch wenn in Warschau gerade eine deutsche Zeitungssatire über Polens Präsidenten zur Staatsaffäre aufgebauscht wird, ist im Alltag fast nichts Böses über die Nachbarn zu hören.

Nur dass die polnische Mannschaft auch an den Deutschen scheiterte, schmerzt manchen Fan. «Aber die Deutschen wissen jetzt ja selber, wie weh das tut», fügt Maciej Przybyl eilig hinzu. Wie viele seiner Landsleute fieberte der 44-jährige Posener nach dem Ausscheiden von Polens Elf mit den hier geborenen Lukas Podolski und Miroslav Klose: «So waren wenigstens noch ein paar Polen im Turnier.»

Nun ist auch dieser deutsch-polnische Fußballtraum ausgeträumt, doch in den Medien ist nicht nur der Respekt für die deutschen Kicker («spielten überhaupt nicht deutsch») groß. Bei Berichten über die Fanfeste wird immer wieder die gute Stimmung und WM-Begeisterung betont. Die 25-jährige Krakauerin Anna Milewska sieht einen Teil der polnischen Deutschland-Stereotypen erfüllt: «Kein Wunder, dass alles so toll organisiert ist - das sind schließlich Deutsche. Aber dass die beim Feiern so aus sich herausgehen, hätte ich vorher nicht gedacht.»


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